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Wege zur smarten Produktentwicklung

17.11.2020
Fraunhofer-Forscher und Medtech-Firmen wollen mit dem Projekt „AMeLie“ die Entwicklungszeiten für Medizinprodukte verkürzen und Kosten sparen – etwa durch intelligente Prozessvernetzung oder neue Produktionsverfahren.

Ob komplexe neue Produkte oder aufwendige Rezertifizierungen – auch in der Medizintechnik erfordern die Fertigungsverfahren zunehmend eine fortgeschrittene Systemtechnik (Advanced Systems Engineering), um Entwicklungszeiten und -kosten im Griff zu behalten. Im Oktober ist nun das von Fraunhofer initiierte einjährige Projekt „AMeLie“ gestartet, das ein Architektur-Framework für kleine und mittelständische Unternehmen in der Medizintechnik entwickeln will, orientiert am etablierten V-Modell und an die Bedürfnisse der Medtech-Branche angepasst.

Vier Anwendungsszenarien als Blaupause

Die resultierenden Konzepte sollen unter anderem in eine Softwarelösung einfließen, die sich anschließend in vier Anwendungsszenarien der Industriepartner aus In-Vitro-Diagnostik, Medizintechnik und Implantatherstellung bewähren muss. Beteiligt an AMeLie sind das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) und die Firmen 3DSE Management Consultants, Odego, OSYPKA, Notions Systems und cellasys in Deutschland, außerdem die Universität von Tel Aviv, das Tel Aviv Souraski Medical Center sowie die beiden Firmen Senso Medical Labs und X-TRODES in Israel.

Hilfreiche Werkzeuge für KMUs

„Wir erwarten, dass nach Abschluss des Projekts neue Arbeitsweisen zur Verfügung stehen, die uns als Forschungsdienstleister und vor allem auch den KMUs für die Zukunft hilfreiche Werkzeuge an die Hand geben“, resümiert Fraunhofer-Forscher Thorsten Knoll das Ziel. Zugleich wil man etablierte Prozesse modernisieren helfen. An die Stelle herkömmlicher Produktionsverfahren könnten etwa drucktechnische Methoden treten, die günstiger sind und mehr Flexibilität bieten.

Beispiel: Einsatz neuer Elektroden

So können beispielsweise Elektroden aus leitfähigen Polymeren auf Polyurethansubstrate gedruckt werden, aber auch Zuleitungen und Isolationsschichten und flexible Dünnfilmelektroden. Wie die Experten betonen, liegt der große Vorteil von Elektroden auf Grundlage dünner Polymerfilme für die Medizintechnik darin, dass ihre hohe Flexibilität sehr gut den mechanischen Eigenschaften von biologischem Gewebe entspricht.

Quelle: Pressemitteilung medtech-zwo vom 17.11.2020