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Uniklinikum Dresden: 3,5 Millionen Euro für Forschung zu Störungen des angeborenen Immunsystems

20.09.2013
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Dresdner Klinische Forschergruppe 249 für weitere drei Jahr

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Dresdner Klinische Forschergruppe 249 für weitere drei Jahre

Im September 2013 startet die zweite Förderperiode der an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus angesiedelten Klinischen Forschergruppe (KFO) 249 „Defekte des angeborenen Immunsystems bei autoinflammatorischen und autoimmunologischen Erkrankungen“. Nach erfolgreicher Begutachtung des Fortsetzungsantrags im April 2013 in Dresden genehmigte nun der zuständige Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn die Finanzierung für weitere drei Jahre mit einer Fördersumme von rund 3,5 Millionen Euro. Damit erhalten die Dresdner Wissenschaftler die Chance, die Erkenntnisse zu grundlegenden molekularen und zellulären Prozessen bei der Entstehung von Autoinflammation und Autoimmunität weiter auszubauen und langfristig in klinisch anwendbare Konzepte umzusetzen. Zu den wichtigsten strukturbildenden Maßnahmen zählen die strukturierte und nachhaltige Förderung des medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses.

Fokus der KFO 249 ist die Identifizierung neuer pathogenetischer Mechanismen hereditärer, also erblich bedingter Erkrankungen, die mit Störungen des angeborenen Immunsystems einhergehen. Das angeborene Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Mikroorganismen und bei Entzündungsprozessen. Als initiierende Vermittler einer immunologischen Abwehrreaktion verfügt der Organismus über diverse Sensoren, die Gefahrensignale ausgehend von fremden mikrobiellen Molekülen oder veränderten Selbst-Molekülen erkennen. Unter normalen Bedingungen werden auf diese Weise Signalkaskaden aktiviert, die einerseits Effektoren des angeborenen Immunsystems in Gang setzen und andererseits instruierend auf das adaptive Immunsystem wirken. Eine inadäquate Aktivierung dieser Sensoren kann eine unkontrollierte überschießende Reaktion des Immunsystems zur Folge haben und je nach Ursache zu autoinflammatorischen oder autoimmunologischen Erkrankungen führen. Gemeinsames Kennzeichen dieser Krankheitsbilder ist die meist chronische, in Schüben verlaufende Entzündung. Die assoziierten genetischen Veränderungen weisen auf neue zellintrinsische Mechanismen der Aktivierung des angeborenen Immunsystems hin.

In sieben Teilprojekten sollen ausgehend von genetisch definierten autoinflammatorischen und autoimmunologischen Erkrankungen die Auswirkungen von Defekten im Nukleinsäuremetabolismus auf molekularer und zellulärer Ebene sowie im Tiermodell und am Patienten untersucht werden. Die Aufklärung der pathophysiologischen Basis dieser seltenen Krankheitsbilder hat auch hohe Relevanz für das Verständnis häufiger multifaktoriell bedingter immunologischer Erkrankungen, die mit Autoinflammation und Autoimmunität einhergehen.

Die konzertierte Vorgehensweise und die interdisziplinäre Verknüpfung von Forschungsaktivitäten verschiedener Kliniken und theoretischer Institute der Medizinischen Fakultät, des Biotechnologischen Zentrums der TU Dresden sowie des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik schaffen ideale Voraussetzungen, patientenorientierte klinische Forschung mit Grundlagenforschung effizient zu verbinden.

Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden vom 20.9.13