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Bekanntmachung der Richtlinie zur Förderung der Konzeptphase sowie der Aufbau- und Vernetzungsphase im Förderkonzept Medizininformatik.

24.11.2015
Mit der Digitalen Agenda hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Innovationspotenziale der Digitalisierung zu nutzen – auch in der Medizin.

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zuwendungszweck

Mit der Digitalen Agenda hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Innovationspotenziale der Digitalisierung zu nutzen – auch in der Medizin. Dazu hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im November 2015 ein Förderkonzept zur Medizininformatik veröffentlicht. Das Förderkonzept ist Teil des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung und bedient insbesondere die Aktionsfelder "Gebündelte Erforschung von Volkskrankheiten" und "Individualisierte Medizin".

Ziel des Förderkonzepts ist eine Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch IT-Lösungen, die den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer ­Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen und vorhandenes Fachwissen und aktuelle Forschungsergebnisse im Forschungs- und Versorgungsalltag verfügbar machen. Im Fokus stehen dabei zunächst die Universitätskliniken, da es hier eine enge Verbindung zwischen Krankenversorgung und klinischer Forschung gibt. Weitere Partner – z. B. Forschungsinstitute, Hochschulen, private Kliniken, Unternehmen u. a. aus den Branchen IT, Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik – können hinzukommen.

In die medizinische Forschung fließen immer größere Mengen heterogener Daten aus der lebenswissenschaftlich-medizinischen Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Patientenversorgung ein. Die Analyse dieser ­Daten kann dazu beitragen, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Beispielhaft dafür stehen die aktuellen Fortschritte in der individualisierten Medizin, wie z. B. bei Krebsleiden, die die Behandlungen effektiver und sicherer machen. Die Forschung entwickelt dabei Instrumente und Modelle, mithilfe derer die Wirkung von Medikamenten auf einzelne Patienten vorhergesagt werden kann. Nebenwirkungen und vergebliche Therapieversuche können so reduziert werden. Das erhöht sowohl die Versorgungsqualität als auch die Lebensqualität der Patienten. Die Analyse, Verarbeitung und Zusammenführung von Forschungs- und Versorgungsdaten kann darüber hinaus die klinische Forschung, die Wirkstoffentwicklung und die Durchführung klinischer Studien und die Patientensicherheit entscheidend voranbringen.

Diese medizinisch relevanten Daten sind äußerst umfangreich und liegen in sehr unterschiedlichen Formaten vor. Um den gewünschten Fortschritt für die Versorgung und die Forschung zu ermöglichen, müssen strukturelle Lösungen geschaffen werden, die diese Daten einer automatisierten Analyse zugänglich machen und es ermöglichen, sie zu integrieren und umfassend zu analysieren. Zudem müssen die Ergebnisse für Forscherinnen/Forscher und behandelnde Ärztinnen/Ärzte bedarfsgerecht präsentiert werden.

Die angestrebten Lösungen sollen Forscherinnen und Forscher, Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, das Potenzial der wachsenden medizinischen Datenmengen zu nutzen. Daten aus Forschung und Versorgung sollen in neues medizinisches Wissen übersetzt und für den Einsatz am Krankenbett aufbereitet werden. Hochwertige Versorgungsdaten sollen in den Forschungsprozess einfließen. Umgekehrt sollen aktuelles Fachwissen und nachprüfbare Forschungsergebnisse schneller im Klinikalltag verfügbar gemacht werden.

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Abgabetermin: 31.03.2016

Quelle: Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 30. Oktober 2015,
Bundesanzeiger vom 16.11.2015