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Waterfall, Vesting, Weighted Average – Vokabelnlernen für Start-ups

10.11.2014
Was ist mein Unternehmen wert? Was will ein Investor? Was sind typische Fehler, die Start-ups im Umgang mit Kapitalgebern machen? Unter anderem diese Fragen wurden bei der Roadshow „C(r)ashkurs Beteiligungsgverträge“ am 05.11.2014 aufgegriffen.
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Das war die Mitglieder Roadshow „C(r)ashkurs Beteiligungsverträge“ im November

Was ist mein Unternehmen wert? Was will ein Investor? Was sind typische Fehler, die Start-ups im Umgang mit Kapitalgebern machen? Unter anderem diese Fragen wurden bei der Roadshow „C(r)ashkurs Beteiligungsgverträge“ am 05.11.2014 aufgegriffen, um die Teilnehmer der Innovationswerkstatt Kapital 2014 auf die weiteren Gespräche mit Investoren vorzubereiten.

Vor den 50 Teilnehmern stellte Ulrike Gerecke zu Beginn unseren Co-Gastgeber biosaxony vor, der als Branchenverband mit über 100 Mitgliedern die sächsischen Life Sciences vertritt und die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Neben der individuellen Beratung gehört die Organisation von Veranstaltungen fest ins Repertoire von biosaxony. Dazu zählt auch die im Oktober in Dresden durchgeführte Partneringkonferenz bionection, bei der sich Forschungsteams potenziellen Kooperationspartnern aus der Industrie präsentierten, wobei eine wesentliche Herausforderung darin bestand, „das eigene Vorhaben präzise vorzustellen, ohne sensible Geheimnisse vor einem Industrieunternehmen preiszugeben.“   

Dieses Abwägen zwischen Offenheit und gesunder Zurückhaltung bei Gesprächen über das eigene Unternehmen war ebenfalls ein wichtiger Diskussionspunkt im anschließenden Vortrag von Hendrik Kamp und Stefan Hartung. Die Anwälte von der Dresdner Kanzlei BIZ | LAW stellten den Gründern eine Mind-Map vor, auf der sie die wesentlichen Überlegungen aufgriffen, die rund um Beteiligungsverhandlungen und -verträge zum Tragen kommen: Von Überlegungen, zu welchem Zeitpunkt gebe ich wie viel Anteile ab, über anfallende Beratungs- und Transaktionskosten bis hin zur Dauer von Verhandlungen. Die Zuhörer nutzten die Möglichkeit, detaillierte Rückfragen zu konkreten Themen zu stellen („Unter welchem Umständen ist eine syndizierte Finanzierung mit Mischung aus strategischen und Finanzinvestoren sinnvoll?“; „Was muss ich bei einem Bieterverfahren beachten?“; „Welche Methoden der Unternehmenswertberechnung sind am gebräuchlichsten?“; „Kann sich ein Investor auch an einzelnen Unternehmenssparten beteiligen?“) und nahmen wertvollen Input für die eigenen Gespräche mit Kapitalgebern mit.       

Neben den Kollegen von BIZ | LAW stand dem wissbegierigen Publikum Konstantin Graf Lambsdorff Rede und Antwort. Der Partner von Lambsdorff Rechtsanwälte ging anschließend auf die Struktur von Beteiligungsverträgen ein und machte die anwesenden Gründer und Unternehmer in einem Schnellkurs mit den gebräuchlichsten Finanzierungsvokabeln vertraut. Von Liquidation Preference,  First level allocation über Vesting Period, Bad Leaver & Good Leaver bis zu Tag-Along, Drag-Along und Right of First Refusal erhielten die Start-ups einen praxisnahen Einblick, worauf im Vertragswerk alles zu achten ist. Schließlich wiesen Graf Lambsdorff und Hendrik Kamp noch einmal besonders darauf hin, dass Investoren nicht als Gegner, sondern als Förderer betrachtet werden sollten. Auch wenn, Investoren sich weitreichende Rechte einräumen ließen, dürfe bei aller gebotenen Skepsis und Vorsicht vor den mitunter komplex gestalteten Beteiligungsverträgen nicht vergessen werden, dass ein Investor nicht auf Kosten des Unternehmers Gelder abschöpfen wolle, sondern Geld mitbringe, um es gemeinsam mit dem Unternehmer zu vermehren.

Wie man in Verhandlungen die eigenen Interessen am besten wahrt und welche Erfahrungen man aus eigenen Gesprächen mit Investoren gesammelt hat, vertieften unsere Gäste bei Tapas und Getränken im Anschluss. Wir danken an dieser Stelle biosaxony, BIZ | LAW und Lambsdorff Rechtsanwälte noch einmal für die tolle Unterstützung und schließen uns dem Feedback eines  Teilnehmers an:

„Vielen Dank für die Ausrichtung der sehr gelungenen Veranstaltung. Ich fand besonders die Mischung aus Referenten einer lokalen Kanzlei und einer bundesweit bekannten Kanzlei ein gutes Format. Das hat den Charme, sowohl die Anbahnung und Vorbereitung als auch die endgültigen Verhandlungen zu beleuchten. Vor allem der Teil mit den üblichen Verfahrensweisen der Mitarbeiterbeteiligung war für mich neu.“

Sie hatten keine Chance, am 05.11. teilzunehmen? Hier finden Sie die Vorträge zum Download.

Quelle: Mitteilung des HighTech Startbahn Netzwerk e.V. vom 10.11.2014