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Von Dresdner Spitzentechnologien und -forschung mit Ionenstrahlen profitieren Firmen in aller Welt - fünf Jahre Erfolgsgeschichte der HZDR Innovation GmbH

05.10.2016
Fünf Jahre nach ihrer Gründung zieht die HZDR Innovation GmbH zahlreiche europäische und globale Spitzenunternehmen in das Ionenstrahlzentrum des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Gemeinsame Pressemitteilung
Dresden/Rossendorf, 04. Oktober 2016

Fünf Jahre nach ihrer Gründung zieht die HZDR Innovation GmbH zahlreiche europäische und globale Spitzenunternehmen in das Ionenstrahlzentrum des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Das junge Unternehmen spielt somit im Technologietransfer auf internationalem Parkett. Vor allem Industriekunden aus der Halbleiter- und Automobilbranche sowie aus der Medizintechnik und dem Maschinenbau nutzen die weltweit zum Teil einzigartigen Ionenstrahltechnologien im Ionenstrahlzentrum des HZDR. 

Die HZDR Innovation GmbH wurde im Oktober 2011 als Tochtergesellschaft des HZDR und der GWT-TUD GmbH mit dem Ziel gegründet, den Technologietransfer von Forschungsergebnissen und Technologieentwicklungen am HZDR weiterzuentwickeln, aber vor allem Hochtechnologien aus einem Forschungszentrum für die industrielle Produktion zu nutzen und damit auch die Auslastung teurer Forschungstechnik effizient zu gestalten. Der Fokus dabei lag auf den Verfahren der Hochenergie-Ionenimplantation und  der Waferprozessierung für Sensorik. Schwerpunkt ist dabei die Veredlung von Leistungshalbleitern für eine höhere Energieeffizienz. Anwendung finden die so veredelten Leistungshalbleiter zum Beispiel in Elektroautos, Windkraftanlagen oder der Energieübertragung. „Unsere Kunden sind an Technologien interessiert, die gesellschaftlich von großer Relevanz sind. Dazu gehören der Ausbau von Windkraftanlagen, die Weiterentwicklung der Elektromobilität und die Energieeinsparung  zur Verringerung des CO2-Ausstoßes für den Klimaschutz“, erklärt Professor Andreas Kolitsch, Geschäftsführer der HZDR Innovation. 

Bereits im ersten Geschäftsjahr 2012 gewann das Unternehmen 60 Neukunden, heute sind es weit mehr, aber vor allem neben zahlreichen regionalen und nationalen Partnern, auch wichtige Global Players in den USA, der Schweiz und der Europäischen Union. Nur drei Jahre später, im Jahr 2015, wird mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes außerhalb der Europäischen Union erwirtschaftet. Der Jahresumsatz hat sich in der fünfjährigen Unternehmensgeschichte von über 700.000 Euro auf 2,6 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Im Jahr 2016 wurde die Produktqualifizierung für den größten deutschen Leistungshalbleiterproduzenten durchgeführt, die in neue Umsatzregionen der HZDR Innovation GmbH  mit der Produktion im Jahr 2017 führen soll. Ebenso in diesem Jahr wird die Vorbereitung eines berührungslosen Sensors für schmutzige Umgebungsbedingungen für die genaue Messung von großen Torsionskräften bei gleichzeitiger Erfassung der Winkelgeschwindigkeit, der Lageänderung und der Vibrationen von stark beanspruchten Wellen in die Produktionsvorbereitung überführt. Demnach kann im Jahr 2017 ein weiteres Spitzenprodukt der industriellen Nutzung angeboten werden, welches eine optimale Überwachung und Steuerung rotierender Wellen unter extremen Bedingungen ermöglicht. Die Produktionsvorbereitungen laufen auf Hochtouren für den Einsatz in der Bau- und Automobilindustrie, in Windkraftanlagen, im Schiffbau, in der Rohstoff- und Chemieindustrie, im Bergbau und im allgemeinen Maschinenbau.

Über eigene Produkte und Technologien hinaus unterstützt die HZDR Innovation GmbH gründungswillige Wissenschaftler des HZDR durch Beteiligungen oder Begleitung der jungen Start-Up aus dem HZDR. Dabei handelt es sich um sehr breit gefächerte Ideen von neuartigen metallischen Membranen für die Medizintechnik und viele andere Einsatzbereiche über den Transfer umweltfreundlicher chemischer Technologien oder analytischer Verfahren bis hin zur Softwareentwicklung.

„Dieses Unternehmenskonstrukt ist in der Helmholtz-Gemeinschaft bislang einzigartig“, erklärt Professor Peter Joehnk, Kaufmännischer Direktor des HZDR. „Mit diesem Geschäftsmodell der Ausgründung können wir der stetig wachsenden Nachfrage zur Nutzung des Ionenstrahlzentrums für industrielle Projekte gerecht werden. Diese Anlagen gehören somit zu unseren wichtigsten internationalen Nutzerzentren.“

Die überregionale Resonanz für dieses Modell des Wissens- und Technologietransfers hat sich auch im bundesweiten Technologie-Transferwettbewerb der TU Chemnitz widergespiegelt. Im Jahr 2013 erhielt die HZDR Innovation GmbH den Sonderpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK). Der mit 5000 Euro dotierte Preis würdigte die GmbH als herausragendes Transfermodell mit besonderem Entwicklungspotential.

„Mit der wissenschaftlichen Expertise und den perfekten Rahmenbedingungen für Forschungsaktivitäten im HZDR einerseits, mit dem Know-How für kaufmännische und Managementprozesse in der GWT andererseits hatten wir exakt die richtigen Voraussetzungen, um den Grundstein für ein erfolgreiches Transferunternehmen zu legen“, sagt Claus-Peter Held, Geschäftsführer der GWT-TUD GmbH. „Die Entwicklungen der letzten fünf Jahre haben uns gezeigt, dass Technologietransfer von F&E-Ergebnissen in die Industrie auch im internationalen Kontext ein großes Potential aufweist.“

Die GWT-TUD GmbH ist ein mittelständiger Forschungsdienstleister. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden sowie anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen bringt die GWT-TUD GmbH Forschungsergebnisse in Entwicklungsvorhaben ihrer Partner ein. Die Kernkompetenzen der GWT liegen in der Medizin, speziell in der klinischen Forschung, und in der industriellen Auftragsforschung. Die GWT ist seit 1996 erfolgreich am Markt.

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?

• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?

• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden Großgeräte mit einzigartigen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Messgästen zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat fünf Standorte (Dresden, Leipzig, Freiberg, Hamburg, Grenoble) und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter – davon ca. 500 Wissenschaftler inklusive 150 Doktoranden.

Kontakt:
Antje Stork
Marketing & Kommunikation
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Web: www.gwtonline.de

Quelle: gemeinsame Pressemitteilung der GWT-TUD GmbH und des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) vom 4. Oktober 2016