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Uniklinikum Dresden: Slowenien profitiert von Dresdner Know-how

04.04.2013
Prof. Tjalf Ziemssen berät osteuropäisches Land / Am Klinikum entwickeltes Modell der ambulanten Versorgung von MS-Patienten hat weltweit Vorbildcharakter

Prof. Tjalf Ziemssen berät osteuropäisches Land / Am Klinikum entwickeltes Modell der ambulanten Versorgung von MS-Patienten hat weltweit Vorbildcharakter
Der erfolgreiche Betrieb des Multiple-Sklerose-Zentrums der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden genießt weltweit Vorbildcharakter bei der Versorgung dieser Erkrankung des zentralen Nervensystems: Nachdem der Leiter des Zentrums, Prof. Tjalf Ziemssen, das Emirat Qatar beim Aufbau eines Behandlungszentrums nach Dresdner Vorbild beraten hat, erhielt er nun einen Auftrag der Republik Slowenien. Der zwischen Österreich und Kroatien liegende Staat will die Versorgung dieser Patienten zentralisieren. Das zwei Millionen Einwohner zählende Land sieht darin die einzige Möglichkeit, eine hochqualifizierte Versorgung einer MS-Kranken sicherzustellen.
„Eine frühe Diagnose und eine Versorgung auf dem aktuellen Erkenntnisstand beeinflusst den Verlauf der Erkrankung von MS-Patienten positiv. Ein Land mit geringer Bevölkerungsdichte wie Slowenien muss auf ein zentralisiertes Behandlungsangebot setzen, um die MS-Kranken besser als bisher betreuen zu können. Ich berate in den kommenden Jahren die Regierung des Landes dabei, die dazu nötigen Strukturen aufzubauen und vermittele auch das aktuell verfügbare Wissen über die Erkrankung und deren Therapie“, sagt Prof. Ziemssen. Das Dresdner MS-Zentrum gehört mit seinen mittlerweile über 1.300 regelmäßig betreuten Patienten in Deutschland zu den größten Einrichtungen seiner Art. „Das Zentrum ist ein gutes Beispiel für die am Universitätsklinikum geleistete Spitzenmedizin“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums. „Durch die enge Verknüpfung von Krankenversorgung und Forschung können wir schwerst betroffenen Patienten die innovativsten Therapien anbieten. Gleichzeitig tragen unsere Experten mit ihren Erfahrungen und durch eigene Forschungen dazu bei, die Behandlung weiter zu verbessern.“

Das 2007 am Dresdner Uniklinikum etablierte Multiple-Sklerose-Zentrum verknüpft die ambulante medizinische Betreuung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit. Dabei setzt das Team um Prof. Ziemssen auf eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologen, die die MS-Patienten weiterhin regelmäßig sehen. Das Dresdner MS-Zentrum übernimmt spezielle Untersuchungen und bietet eine Reihe von Therapien an, die der Infrastruktur eines Universitätsklinikums bedürfen. Zudem hat das Team um Prof. Ziemssen ein spezielles computerbasiertes Patientenmanagementsystem entwickelt, um die Vernetzung im Behandlungsprozess zwischen Patient, niedergelassenen Arzt und dem MS-Zentrum weiter zu verbessern.

Seit seiner Gründung vor sechs Jahren ist das MS-Zentrum stetig gewachsen – heute behandeln die Neurologen des Klinikums pro Jahr mehr als 1.300 Patienten. Als eine der bundesweit größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art verknüpft das Zentrum die ambulante medizinische Versorgung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit. In Deutschlands größtem, 2012 erschienenem Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ konnte das MS Zentrum Dresden vor allem durch die Kombination dieser Versorgungsangebote einen bundesweiten Spitzenplatz belegen. Die neuen, 2011 bezogenen Räume im ABAKUS-Gebäude an der Blasewitzer Straße bieten Patienten, Ärzten und Forschern auf knapp 600 Quadratmetern eine optimale Infrastruktur. „Größe und Aufbau eines solchen Zentrums sind entscheidend für dessen Erfolg“, sagt Prof. Ziemssen mit Blick auf die mittlerweile sechsjährige Geschichte der Einrichtung, die durch den neuen Standort weitere Impulse erhielt. Am neuen Standort ist unter anderem eine engere Verknüpfung verschiedener Forschungsvorhaben der Klinik für Neurologie möglich. So profitieren auch die Patienten der Parkinson-Spezialstation vom neuen Mobilitätscenter: Hier werden ihre Mobilität und ihr Gang quantitativ erfasst, um zu Forschungszwecken von MS oder Parkinson hervorgerufene Störungen darstellen zu können.

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Quelle: MEDIEN-INFORMATION des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden vom 3.4.13