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Neue BMBF-Bekanntmachung: Förderung transnationaler Forschungsprojekte zur „Epigenomik von komplexen Erkrankungen“

05.11.2014
Das BMBF hat neue Richtlinien zur Förderung transnationaler Forschungsprojekte zur „Epigenomik von komplexen Erkrankungen“ im Bundesanzeiger vom 27.10.2014 veröffentlicht. Abgabetermin ist der 30.01.2015.

Mitteilung der BMBF-Gesundheitsforschung/ des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. vom 04.11.2014

Vorbemerkung

Diese Bekanntmachung erfolgt gleichzeitig durch die Förderorganisationen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutschland, Canadian Institutes of Health Research (CIHR), Kanada, Fonds de la Recherche en Santé du Québec (FRSQ), Quebec, Kanada und L'Agence Nationale de la Recherche (ANR), Frankreich. Ein englischsprachiger Bekanntmachungstext mit weiteren Informationen zu dieser gemeinsamen Ausschreibung kann hier abgerufen werden.

1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zuwendungszweck

Veränderte Lebensgewohnheiten und der demographische Wandel in Europa gehen mit einer Zunahme von Volkskrankheiten und komplexen Erkrankungen einher. Die sozioökonomische Bedeutung dieser Erkrankungen ist immens. Insbesondere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, neurodegenerative Erkrankungen und/oder Erkrankungen des Stoffwechsels tragen dazu bei. In den vergangenen Jahren haben die Humangenomforschung und verwandte Bereiche der „omics“-Forschung substantiell zu einem besseren Verständnis der Entstehung von Volkskrankheiten und komplexer Erkrankungen beigetragen. Dabei wurde deutlich, dass das existierende Wissen über die Ursachen und die Entwicklung durch systemorientierte Ansätze erweitert werden muss.

Das sich rasch entwickelnde Gebiet der medizinischen Epigenomforschung bietet ein großes Potential für ein systemorientiertes Verständnis der zellulären Regulationsvorgänge physiologischer und pathophysiologischer Prozesse in der Genese von Krankheiten. Spezifische Funktionen der Zellen werden in der Regel durch einzelne oder eine begrenzte Zahl von Genen und ihrer Genprodukte gesteuert. Dies geschieht in einer kontextspezifischen zeitabhängigen Art und Weise. Die Epigenetik untersucht die Mechanismen mithilfe derer die Aktivität der betreffenden Gene in den Zellen reguliert wird. Im Detail wird die Aktivierung durch epigenetische Prozesse gesteuert, die DNA- und Proteinmodifikation verursachen und die Struktur der DNA verändern. In diesen Prozess fließen externe Faktoren wie Umwelteinflüsse, die individuelle Ernährung oder verschiedene Formen von zellulärem Stress ein. Die Epigenomforschung untersucht in einem systemorientierten Ansatz die verschiedenen epigenetischen Faktoren und Veränderungen auf molekularer Ebene mithilfe von Hochdurchsatz-Methoden. Ein besseres Verständnis epigenetischer Mechanismen und Prozesse, die zu Volkskrankheiten und komplexen Erkrankungen führen, eröffnet daher die Chance zur Identifizierung und Entwicklung neuer Ansätze in der Prävention, Diagnose und Therapie.

Zur Beantwortung epigenetischer Fragen auf einer systemischen Ebene stellt die Epigenomik hohe Ansprüche an die benötigte Infrastruktur und die wissenschaftliche Expertise. Dies kann am besten im Rahmen internationaler Zusammenarbeit und Kooperation geschehen, die Ressourcen bündelt und eine kritische Masse an Forschungskapazität und Kompetenzen generiert.

Vor diesem Hintergrund haben die französische Agence Nationale de la Recherche (ANR), die Canadian Institutes of Health Research (CIHR) zusammen mit dem Fonds de la Recherche en Santé du Québec (FRSQ), Quebec, und weiteren Partnern in Kanada sowie das BMBF beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und eine gemeinsame transnationale Maßnahme zur Förderung der „Epigenomik von komplexen Erkrankungen“ zu veröffentlichen. Ziel dieser Bekanntmachung ist es, hochrangige, interdisziplinäre Projekte zu fördern und neue Synergien zu schaffen respektive vorhandene zu nutzen. Konkret sollen epigenomische Mechanismen identifiziert und charakterisiert werden, die für die Entstehung komplexer Krankheiten von Bedeutung sind. Dies wird die Chance zur Entwicklung neuer Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie eröffnen.

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