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Lernen, Mentoring, Künstliche Intelligenz: Forschungsverbund „tech4comp“ untersucht Lernprozesse im digitalen Zeitalter

08.03.2019

Das Wissenschaftsjahr 2019 steht unter der Überschrift Künstliche Intelligenz (KI). Am 19. März wird es in Berlin mit einem Expertentreffen offiziell eröffnet. Bereits heute kommt Künstliche Intelligenz vielfältig zum Einsatz. Sprachgesteuerte Assistenten, autonomes Fahren und diagnostische Verfahren sind nur einige markante Beispiele für diese Entwicklung. Wie Künstliche Intelligenz auch das Lernen begleiten kann, erforscht derzeit ein Team von Wissenschaftlern im Verbundprojekt „Personalisierte Kompetenzentwicklung durch skalierbare Mentoringprozesse – tech4comp“. Unter der Koordination der Universität Leipzig erforschen die Technische Universität Dresden, das Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Technische Universität Chemnitz, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die Freie Universität Berlin sowie die RWTH Aachen Konzepte für personalisierte Lernumgebungen und Mentoring für Studierende. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der nächsten sechs Jahre mit einem Gesamtvolumen von bis zu 12,6 Millionen Euro gefördert.

„Das Projekt reagiert zum einen auf veränderte Lernrealitäten und -zugänge im digitalen Zeitalter. Zum anderen wollen wir der Diversität unserer Studierenden Rechnung tragen und durch Technologie individuelle Zugänge zum Studium ermöglichen“, erklärt Verbundprojektleiter Prof. Dr. Heinz-Werner Wollersheim, Inhaber der Professur für Allgemeine Pädagogik der Universität Leipzig. Gemeinsam mit Kollegen unterschiedlicher Fachdisziplinen will er sich einer Antwort auf die Frage nähern, wie man studentisches Lernen heute bestmöglich begleiten kann. „Die interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht uns einen vielseitigen Zugang zum studentischen Lernen: so erschließen wir uns sowohl verschiedene Studiendisziplinen als auch einen breiten Zugang zu Methoden- und Forschungsansätzen der unterschiedlichen Fachrichtungen“, betont Christoph Igel, Professor für Bildungstechnologie an der Technischen Universität Chemnitz und Wissenschaftlicher Direktor des Educational Technology Lab des DFKI. Dort hat man bereits Erfahrung in der Unterstützung von Trainings-, Qualifizierungs- und Bildungsprozessen durch innovative Softwaretechnologien und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz gesammelt, die auch im Projekt Anwendung finden sollen.

Als Testfeld dienen unterschiedlich stark strukturierte Fachbereiche: Mathematik an der HTWK Leipzig, mathematiknahe Fachbereiche an der TU Chemnitz und in der Lehrerbildung die Bildungswissenschaften an der Uni Leipzig und der TU Dresden. Damit künftig Studierende aller Fachrichtungen von den Forschungsergebnissen profitieren können, unterstreicht Prof. Dr. Thomas Köhler von der TU Dresden: „Wir müssen die digitalen Lehr- und Lernangebote auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen, um technologiegestütztes Mentoring nachhaltig an den Hochschulen etablieren zu können. Sowohl Lehrenden als auch dem Personal der Hochschulverwaltungen wollen wir zudem Konzepte zur strukturellen Einbettung der Angebote bereitstellen, um sie bei der Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen zu unterstützen.“ 

Sowohl für die Weiterentwicklung digital-gestützter Hochschullehre in Sachsen, als auch zur Professionalisierung von (digitalen) Kompetenzen der Studierenden in der universitären Aus- und Weiterbildung soll dieses Projekt einen wesentlichen Beitrag leisten. Prof. Dr. Karl Lenz, Professor für Mikrosoziologie und Direktor des Zentrums für Qualitätsanalyse (ZQA) der TU Dresden, fügt hinzu: „Digitale Bildung im Hochschulalltag kann sowohl zur Internationalisierung als auch zur Förderung der Mobilität von Studierenden beitragen. Zudem spielt der Umgang mit digitaler Technologie für die Absolventen beim Berufseinstieg eine zunehmend wichtige Rolle.“

Die Teilvorhaben an der TU Dresden

Die TU Dresden ist für zwei Teilvorhaben im Verbundprojekt verantwortlich. Das Medienzentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Köhler übernimmt das Arbeitspaket „Organisationale und technologische Begleitung und Implementierung“. Hier geht es darum, sowohl soziale und prozessuale als auch strukturelle und technologische Einflussfaktoren zu identifizieren und Kommunikationsstrategien zur besseren Implementierung digital gestützter Mentoringprozesse zu erarbeiten. Die frühzeitige Integration aller Beteiligten auf den verschiedenen Ebenen soll zur Mitgestaltung einladen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Lenz stehen am Zentrum für Qualitätsanalyse (ZQA) sowohl die Bedingungen für das Gelingen als auch die Frage nach der Wirksamkeit digitaler Hochschulbildung im Fokus der Forschung. Dafür werden zum einenIndikatoren zum Messen und Bewerten der Wirksamkeit identifiziert und (weiter-) entwickelt. Zum anderen geht es um die Erprobung und (Weiter-)Entwicklung von Instrumenten zur Qualitätsbewertung, u.a. den Einsatz (semi-)automatischer Verfahren zur Datenanalyse. Diese sollen bei der Evaluierung der Ergebnisse aus den Teilprojekten (z.B. KI-Basierte Anwendungen, didaktische Modelle oder Implementierungskonzepte) zum Einsatz kommen.

BMBF-Förderlinie „Innovationspotenziale digitaler Hochschulbildung“

„Personalisierte Kompetenzentwicklung durch skalierbare Mentoringprozesse –tech4comp“ ist eines von derzeit neun Projekten, die in der Förderlinie  „Innovationspotenziale digitaler Hochschulbildung“ in interdisziplinären Forschungskonsortien didaktische, technologische und organisationale Gestaltungsaspekte der Hochschulbildung beleuchten und so zur nachhaltigen Veränderung der Hochschullandschaft beitragen werden.

Quelle: Pressemitteilung der TU Dresden vom 08. März 2019