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Karliczek: Deutsche Forscher schaffen Sprung in die internationale Förderung der Antibiotika-Forschung

01.12.2020
Drei deutsche Forschungsprojekte werden durch die internationale Partnerschaft CARB-X gefördert

Die internationale Partnerschaft "Combating Antibiotic Resistant Bacteria Accelerator" (CARB-X) zur Erforschung und Entwicklung neuer wirksamer Medikamente und innovativer Ansätze gegen Antibiotika-Resistenzen hat erstmals drei Projekte aus Deutschland in ihre Förderung aufgenommen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

»Die internationale Partnerschaft CARB-X vereint in ihrer Förderung weltweit besonders vielversprechende Forschungsprojekte im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen. Deutschland ist von jeher ein wichtiger Standort für die Wirkstoffentwicklung und trägt dazu bei, dass es auch in Zukunft innovative Antibiotika für die Behandlung der Menschen weltweit gibt. Ich freue mich, dass sich nun drei deutsche Projekte in dem sehr anspruchsvollen Auswahlprozess von CARB-X durchsetzen konnten und künftig von CARB-X gefördert werden. Die drei deutschen Projekte erhalten für ihre Antibiotika-Forschung von CARB-X bis zu 25 Millionen US-Dollar, das sind gut 21 Millionen Euro. Diese Aufnahme ist ein starkes Zeichen für die innovative deutsche Wissenschafts- und Forschungslandschaft und zeigt, dass deutsche Forschende und Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen leisten.

Weltweit entwickeln verschiedene Krankheitserreger gegen immer mehr Antibiotika-Therapien Abwehrmechanismen, sogenannte Resistenzen. Diese resistenten Erreger verursachen längere und deutlich schwerere Krankheitsverläufe und können auch zum Tode führen. Unser Ziel ist es, dass auch immer mehr Forschende in Deutschland den Schritt in Richtung Produktentwicklung wagen. Wir müssen die wachsende Zahl von Krankheitserregern bekämpfen, die nicht länger auf verfügbare Therapien ansprechen und weltweit Menschenleben gefährden. Nur gemeinsam im internationalen Schulterschluss können wir die Gefahr von antimikrobiellen Resistenzen eindämmen. Deshalb beteiligt sich Deutschland seit Anfang 2019 mit rund 40 Millionen Euro an der internationalen öffentlich-privaten Partnerschaft CARB-X.«

Unter den vielen innovativen Projekten von CARB-X findet sich seit August 2020 zum einen das deutsche Wirkstoffforschungsunternehmen Evotec SE, das ein neuartiges Breitband-Antibiotikum entwickelt, etwa für komplizierte Harnwegsinfektionen oder im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen. Der zweite Fördernehmer aus Deutschland ist das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland. Hier wird eine neue Therapie für schwer zu behandelnde Infektionen mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa bei Mukoviszidose-Erkrankten entwickelt. Im dritten Projekt, das CARB-X nun fördert, forschen das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sowie die Lead Discovery Center GmbH zu einem Medikament, das lebensbedrohlichen Lungenentzündungen vorbeugen soll, ausgelöst durch den Erreger Staphylococcus aureus.

Hintergrund:
CARB-X ist eine international finanzierte öffentlich-private Partnerschaft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung innovativer Antibiotika zu beschleunigen und neuartige Therapeutika, Impfstoffe und Diagnostika zur Bekämpfung arzneimittelresistenter bakterieller Infektionen zu entwickeln. CARB-X unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die entsprechende Produkte in frühen Phasen entwickeln. Wesentliche Förderer von CARB-X, die über ein gesamtes Fördervolumen von bis zu 480 Millionen US-Dollar verfügt, sind BARDA (United States Department of Health and Human Services Biomedical Advanced Research and Development Authority, USA) und der Wellcome Trust (VK). Seit Anfang 2019 gehört auch Deutschland vertreten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zu den Förderern. Mit rund 10 Millionen Euro jährlich unterstützt das BMBF die globale Partnerschaft für zunächst vier Jahre. Dies beinhaltet neben der direkten Förderung von CARB-X die Förderung des sogenannten »CARB-X-Accelerators« mit einer Million Euro. In diesem kooperieren das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bei der Beratung deutscher und europäischer Interessenten, die sich auf Förderausschreibungen von CARB-X bewerben.

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 01.12.2020