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„Forscher entdecken!” in Löbau

13.05.2013
Unternehmer und Wissenschaftler diskutierten auf Einladung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
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Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hatte zum vierten Mal zur Diskussion „Forscher entdecken!“ eingeladen. In den vergangenen Jahren war man mit diesem Format in Chemnitz, Dresden und Leipzig zu Gast. „Wir haben uns in diesem Jahr ganz bewusst für einen Ort entschieden, der nicht zu den unmittelbaren Zentren der Wissenschaft im Freistaat Sachsen zählt, weil kleine und mittelständische Unternehmen etwa aus dem Erzgebirge, dem Leipziger Land oder aus der Oberlausitz besonders kreativ sein müssen, um einen Partner aus der Wissenschaft zu finden. Mit Beispielen guter Praxis wollen wir zeigen, wie erfolgreich diese Zusammenarbeit sein kann. Damit möchten wir alle Unternehmen ermuntern, sich künftig noch intensiver mit Forschung und Entwicklung zu befassen“, erklärte die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, vor rund 60 Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik, die in der ehemaligen Blumenhalle des Landesgartenschau-Geländes in Löbau versammelt waren.

Drei Impulsvorträge aus der Region legten dar, wie gemeinsame Projekte mit der Wissenschaft die Innovationskraft von kleinen und mittelständischen Unternehmen stärken können. Das wirke sich unmittelbar auf den wirtschaftlichen Erfolg aus, berichteten übereinstimmend die Unternehmer, darunter Anne-Christin Eule, die in vierter Generation den Orgelbaubetrieb Eule in Bautzen führt.

„Der direkte Zusammenhang zwischen Innovationsintensität und wirtschaftlichem Erfolg gilt nicht nur im mikroökonomischen Maßstab, also für das einzelne Unternehmen, sondern auch makroökonomisch. Das heißt, die Wettbewerbsfähigkeit Sachsens, Deutschlands und Europas ist abhängig von unserer Innovationskraft. Je wissensintensiver wir insgesamt aufgestellt sind, umso besser geht es uns allen“, konstatierte die auch für Technologiepolitik zuständige sächsische Staatsministerin.

Die Ausgaben von Staat und Wirtschaft für Forschung und Entwicklung im Freistaat Sachsen betrugen zuletzt 2,88% des Bruttoinlandsprodukts. Sachsen ist damit nicht nur auf bestem Wege, das von der Europäischen Union gesetzte „3%-Ziel“ zu erreichen, sondern liegt sogar knapp über dem Bundesdurchschnitt und an fünfter Stelle hinter Baden-Württemberg, Berlin, Bayern und Hessen. Dabei befindet sich die Region Dresden noch deutlich über dem schon respektablen Durchschnitt Sachsens.

Sehr erfolgreich sind auch die sächsischen Universitäts¬profes¬soren. Ihre durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen lagen im Jahr 2010 mit 360.000 Euro fast 100.000 Euro über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Das ist nicht nur ein sensationeller erster Platz. Es zeigt auch, auf welch hohem Niveau der Technologietransfer bereits statt¬findet und wie gefragt die wissenschaftliche Exzellenz sächsischer Universitäten in der Wirtschaft ist. Allerdings stammt nur knapp ein Viertel der gewerblichen Drittmitteleinnahmen sächsischer Hochschulen aus der heimischen Wirtschaft. Deshalb fördert das sächsische Wissenschaftsminis- terium u. a. mit der Innovationsprämie, mit der Technologietransferförderung und mit der FuE-Verbundprojektförderung die Zusammenarbeit sächsischer Unternehmen mit der Wissenschaft beim Thema Forschung und Entwicklung.

An der Podiumsdiskussion des Abends beteiligten sich neben Sabine von Schorlemer auch der Präsident der IHK Dresden, Günter Bruntsch, sowie die Abgeordneten Michael Kretschmer (Abgeordneter des Deutschen Bundestags) und Dr. Stephan Meyer (Abgeordneter des Sächsischen Landtags). Für die Wissenschaft war der Prorektor für Forschung der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Zittau/Görlitz, Professor Tobias Zschunke, vertreten.

Abschließend hob Wissenschaftsministerin von Schorlemer hervor, dass Sachsen auf einem sehr guten Weg sei, innerhalb der nächsten sieben Jahre zu den wissenschaftlich und wirtschaftlich führenden Regionen in Europa zu gehören. „Doch wer international führend sein will, darf nicht nur führen wollen, er muss auch international sein. Eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft ist nur in einer von Toleranz und Internationalität geprägten Umgebung denkbar“, sagte sie. Dafür müsse und könne jeder Einzelne eintreten.