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BMBF: Förderung zum Themenfeld "Vor-Ort-Analytik mit photonischen Verfahren für den Einsatz in den Lebenswissenschaften"

07.05.2014
Das BMBF will mit der Fördermaßnahme kooperative, vorwettbewerbliche Verbundprojekte unterstützen, die zu völlig neuen oder wesentlich verbesserten technischen Lösungen für Anwendungen insbesondere in den Bereichen Medizin, Umwelt- und Lebensmittelanalytik sowie Prozessanalytik in der Biotechnologie führen und gleichzeitig ein großes Marktpotenzial haben.

Im Rahmen des Förderprogramms "Photonik Forschung Deutschland"

Das BMBF will mit der Fördermaßnahme kooperative, vorwettbewerbliche Verbundprojekte unterstützen, die zu völlig neuen oder wesentlich verbesserten technischen Lösungen für Anwendungen insbesondere in den Bereichen Medizin, Umwelt- und Lebensmittelanalytik sowie Prozessanalytik in der Biotechnologie führen und gleichzeitig ein großes Marktpotenzial haben. Kennzeichen der Projekte sind ein hohes Risiko und eine besondere Komplexität der Forschungsaufgabe. Für eine Lösung sind in der Regel inter- und multidisziplinäres Vorgehen und eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erforderlich. Vorhaben sollen entlang der Wertschöpfungskette strukturiert sein. Die Verbundstruktur soll insbesondere die notwendige Zusammenarbeit zwischen Technologieentwicklern und Anwendern widerspiegeln. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF die vorliegende Förderinitiative "Vor-Ort-Analytik mit photonischen Verfahren für den Einsatz in den Lebenswissen­schaften" erarbeitet. Die Fördermaßnahme ist Bestandteil des Förderprogramms "Photonik Forschung Deutschland" (http://www.photonikforschung.de) und damit Teil der High-Tech-Strategie der Bundesregierung. Sie zielt auf Innovation und Wachstum in Deutschland. Die inländische Verwertung der Projektergebnisse hat daher besondere Bedeutung.

Im Zentrum der geförderten Arbeiten sollen FuE-Aktivitäten zu innovativen photonischen Verfahren für die schnelle, gegebenenfalls mobile Analytik in den Bereichen Medizin, Umweltanalytik, Biotechnologie und Lebensmittelkontrolle stehen. Die Arbeiten sollen sich klar von Aktivitäten abgrenzen, die im Bereich der Gesundheitswirtschaft gefördert werden.

Da Innovations- und Beschäftigungsimpulse gerade auch von Unternehmensgründungen ausgehen, sind solche Gründungen im Anschluss an die Projekt-Förderung des BMBF erwünscht. Der High-Tech-Gründerfonds der Bundesregierung bietet hierzu Unterstützung an. Weitere Informationen finden sich unter http://www.high-tech-gruenderfonds.de.

Im Zentrum dieser Fördermaßnahme stehen Analyseverfahren auf der Basis photonischer Technologien, die sich für den Vor-Ort-Einsatz eignen und z. B. in folgenden Bereichen eingesetzt werden:

  • mobile, schnelle, zuverlässige und kostengünstige Verfahren zur patientennahen Diagnostik, z. B. zur Prävention, Diagnose, Therapie- und Verlaufskontrolle:
    • photonische Verfahren für das on-line-Monitoring während der Behandlung bzw. des medizinischen Eingriffs,
    • Aufnahme physiologischer Parameter mit optischen Verfahren,
    • Beurteilung von Biopsien,
    • Nachweis prädikativer und prognostischer Marker in Körperflüssigkeiten zur Erkennung individueller Dispositionen für die personalisierte Therapie und
    • Vor-Ort-Analytik für Schnelltests in Krankenstationen, Arztpraxen und Apotheken;
  • schnelle Analytik zur Detektion und räumlichen Eingrenzung von Epidemie- und Pandemieherden, Seuchenschutz etc.:
    • schneller, zuverlässiger Nachweis der Erreger und
    • kostengünstige, robuste und hochspezifische Verfahren, die auch in wenig entwickelten Regionen der Welt einsetzbar sind ("Eine-Welt-Diagnostik");
  • Analyse der Belastung von Luft, Wasser und Boden mit
    • Mikroorganismen und/oder
    • umwelt- und gesundheitsschädlichen Substanzen;
  • schnelle Analyse der Qualität von Lebensmitteln:
    • Nachweis von Schadstoffen bei der Lebensmittelproduktion und im Trinkwasser und
    • Kontrolle der Haltbarkeit bzw. des Frischezustands von Lebensmitteln;
  • Analytik für die Kontrolle biotechnologischer Prozesse:
    • Verfahren für die Analyse in stark streuenden Medien und
    • Verfahren für die nicht-invasive Bioprozessanalytik.

    Großes Potenzial bzw. großer Handlungsbedarf besteht vor allem bei:

    • der Miniaturisierung von photonischen Komponenten für die Vor-Ort-Analytik,
    • der Entwicklung von Konzepten, die Komponenten für eine preisgünstige Massenfertigung geeignet machen,
    • der Kombination von photonischen Verfahren mit anderen Technologien wie z. B der Mikrofluidik oder der Nanotechnologie mit dem Ziel, miniaturisierte Einwegsysteme für die schnelle Vor-Ort-Diagnostik zu entwickeln,
    • der Integration von optischen Analyse- und Sensorfunktionen in Therapiewerkzeuge,
    • der Integration von optischen Sensoren in biologische bzw. biofunktionalisierte Implantate,
    • der Erforschung schneller Inspektionsverfahren zur lückenlosen Untersuchung von Gewebearealen,
    • der Erforschung anwendungsspezifischer chipbasierter Technologieplattformen für die miniaturisierte Spektroskopie und
    • der Abstimmung von Auswerteverfahren auf die Erfordernisse der Vor-Ort-Analytik.

    Die Förderung zielt auf industriegeführte FuE-Verbundprojekte ab. Die Vorhaben sollen entlang der Wertschöpfungskette strukturiert sein. Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (mit Sitz und überwiegender Ergebnisverwertung in Deutschland), Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung bewilligt werden.

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