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biosaxony-Studie: Förderung von Technologie-Scouting an der Universität Leipzig beispielhaft

05.02.2014
Der sächsische Biotechnologiecluster biosaxony empfiehlt in einer kürzlich veröffentlichten, sachsenweiten Studie die Förderung von Technologie-Scouting an Universität Leipzig als beispielgebend für andere Hochschulen in Sachsen

Der sächsische Biotechnologiecluster biosaxony empfiehlt in einer kürzlich veröffentlichten, sachsenweiten Studie die Förderung von Technologie-Scouting an Universität Leipzig als beispielgebend für andere Hochschulen in Sachsen. Am Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum (BBZ) der Universität war Anfang 2012 ein Technologie-Scouting-Projekt ins Leben gerufen worden. Es soll die wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen in der Biotechnologie und Biomedizin optimieren und beschleunigen.

Der lokal ausgerichtete Technologie-Scout des BBZ untersucht die Forschungs- und Entwicklungsinteressen von Firmen der Branche und initiiert darauf ausgerichtete Kooperationsprojekte zwischen Industrie und Universität. "Dieses durch die Leipziger Stiftung für Innovations- und Technologietransfer geförderte Modell sollte unter Einbeziehung von Technologietransferstellen auf weitere Universitäten in Sachsen übertragen werden, da die fehlende systematische Suche nach neuen Technologien und Erfindungen eine Schwäche, zum Beispiel in der Region Dresden, darstellt", heißt es in der Auswertung der Studie. Das Modell könne auch beispielhaft für andere Branchen sein. Auf Lebenswissenschaften spezialisierte Technologie-Scouts an Universitäten würden dazu beitragen, die in der Studie festgestellten Probleme in der Zusammenarbeit von Unternehmern und Wissenschaftlern mit Technologietransferstellen zu lösen.

Das Technologie-Scouting der Universität Leipzig ist im Life Science Entrepreneurship Office angesiedelt, unweit der BIO CITY, des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI), des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) und des Universitätsklinikums Leipzig. Neben dem Technologietransfer bietet das Office ein breites Spektrum an Betreuung und Service für die Leipziger Gründerszene im Gesundheitssektor. So ist unter anderem auch die Gründerinitiative SMILE.medibiz hier ansässig.

Prof. Dr. Andrea Robitzki, Direktorin des BBZ und Leiterin des Transferprojekts betont: "Der im Rahmen der initialen Projektförderung entwickelte Ansatz, Transferprozesse primär aus Marktperspektive und ausgerichtet an der technologischen Nachfrage der Unternehmen zu steuern, sollte auch künftig  als Transfereinheit am BBZ beibehalten werden. Damit ließe sich potenziell sowohl für die Universität Leipzig als auch für die Industrie der größte Nutzen in der Verwertung erreichen."

Erfolgversprechende Industriekooperation

Beispielhaft für eine erfolgversprechende Industriekooperation ist das unlängst beim Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Förderung in Millionenhöhe eingeworbene Verbundforschungsprojekt "Stromgetriebene Redoxenzyme für Hydroxylierungsreaktionen", bei dem die Universität Leipzig und das ebenso vor Ort ansässige Unternehmen c-LEcta GmbH eine strategische Entwicklungskooperation eingegangen sind. Die Projektkoordination erfolgt durch Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger (Biochemie und Bioorganische Chemie). Weitere Projektpartner sind Prof. Robitzki (Molekularbiologisch-biochemische Prozesstechnik) und Prof. Dr. Norbert Sträter (Strukturanalytik von Biopolymeren). Redoxenzyme werden unter anderem bei der biochemischen Synthese von Feinchemikalien als auch von Pharmazeutika eingesetzt. Die Wissenschaftler der Universität arbeiten dabei an dem technologisch neuen Ansatz. Gelingt es, die technologischen Ziele zu realisieren, kann im Rahmen des angestrebten Technologietransfers in die Wirtschaft eine Verwertungsstrategie umgesetzt werden, bei der sowohl die Universität als auch der Industriepartner erheblich profitieren können.

biosaxony-Studie will Technologietransfer verbessern

Ziel der biosaxony-Studie war, ein detailliertes Bild über die aktuelle Situation des Technologietransfers im Freistaat zu geben, Hindernisse zu ermitteln und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Technologietransfers aufzuzeigen. Der sächsische Biotechnologiecluster besteht aus dem biosaxony e.V. und der biosaxony Management GmbH. Der biosaxony e.V. ist der gesamtsächsische Verband der Biotechnologie/ Life Sciences-Branche, dessen Mitglieder die verschiedenen Life Sciences Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Interessenvertreter der Branche in Sachsen repräsentieren. Die biosaxony Management GmbH konzentriert sich insbesondere auf die wirtschaftlichen Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen. Ziele des Clusters sind die Initiierung von Projekten zwischen Unternehmen und Wissenschaftlern, die Vermittlung von Services, Know-how sowie die Nutzung von Synergien für die weitere Entwicklung der Branche und die Darstellung der regionalen Kompetenzen.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Leipzig Nr. 030/2014 vom 04.02.2014