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Auf das Timing kommt es an – Schwanger werden in lesbischen Beziehungen

17.09.2020
Dass sie einmal Mutter werden wollte, war Anastasia schon lange klar. Als sie mit Tamara zusammenkam, stand für die beiden schnell fest: Ein Kind würde die Liebe perfekt machen. Vielleicht auch zwei? Dass lesbische Paare mit Spendersamen Kinder bekommen, ist längst keine Seltenheit mehr. Aktuell leben in Deutschland etwa 14.000 Kinder in Regenbogenfamilien, und es werden immer mehr. Allerdings ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft bei gleichgeschlechtlichen Paaren immer mit Aufwand verbunden: für Männer sowieso, aber auch für Frauen. Wir haben mit Anastasia über ihren Weg zur Schwangerschaft gesprochen.

Anastasia, wie lange habt ihr versucht, schwanger zu werden?

Wir haben das Projekt Kind Mitte 2017 konkret in Angriff genommen, da waren wir ungefähr zwei Jahre zusammen. Uns war schnell klar, dass ein Kind unser Glück vollkommen machen würde, aber wir wollten erstmal unsere Zweisamkeit genießen und überlegen, wie wir es anstellen.

Wie geht das überhaupt? Was habt ihr gemacht, um einen Spender zu finden?

Wir haben uns über das Internet einen privaten Spender gesucht und gefunden. Für uns kam eigentlich nur die sogenannte Bechermethode in Frage. Dabei wird das frische Sperma aus einem Becher in eine Spritze ohne Nadel aufgezogen, man appliziert sich den Inhalt selbst. Leider hatten wir damit zwei Jahre lang keinen Erfolg, was sehr nervenaufreibend für uns war. Der Spender stand uns die ganze Zeit zur Seite, er hatte versprochen, bei uns zu bleiben bis es klappt. Und er hat Wort gehalten.

Inwiefern war das nervenaufreibend?

Ich habe einiges ausprobiert, aber nichts wollte fruchten. Da gab es Zyklustees, eine Ernährungsumstellung, LH-Ovulationstests, die Messung meiner Basaltemperatur mit dem Fieberthermometer, aber auch Entspannungsmusik oder die Einnahme von Folsäure und anderen wichtigen Vitaminen. Ich glaube, ich war nie richtig entspannt, stand ständig unter Strom und war kurz davor, die Hoffnung aufzugeben. Irgendwann spielte dann auch noch mein Zyklus nicht mehr mit.

Das Vermeiden von zu viel Stress spielt bei der künstlichen Befruchtung eine große Rolle. Wie hat es dann doch mit dem Nachwuchs geklappt?

Nachdem wir also fast zwei Jahre erfolglos versucht hatten, ein Kind zu bekommen und nun auch noch meine Periode ausblieb, obwohl ich nicht schwanger war, habe ich einen Frauenarzt aufgesucht. Zunächst stand die Diagnose PCO-Syndrom im Raum, dies musste aber noch abgeklärt werden. Gleichzeitig hat mir der Gynäkologe von OvulaRing erzählt und mir Informationsmaterial dazu mitgegeben. Die Methode sollte mir den Stress nehmen, und ich sollte schauen, ob es überhaupt einen Eisprung gibt.

Inwiefern unterscheidet sich diese Methode von den üblichen Anwendungen zur Empfängnisoptimierung?

Man hat einfach weniger Druck, weniger Stress. Keine LH-Tests mehr, kein tägliches Urinieren auf einen Streifen, kein ständiges Temperaturmessen. Ich hatte z.B. auch einen anderen Fertilitätsmonitor, der auf Ovulationstests basiert, ausprobiert, der für mich aber nicht geeignet war, denn durch meine Schichtarbeit zeigte er kein richtiges Ergebnis an. Überhaupt sagte mir mein Arzt, dass LH-Tests auch häufig mal daneben liegen. Ich wusste also nie, ob ich einen Eisprung habe, ob ich ihn verpasst hatte oder das Gerät fehlerhaft war. Ich hatte einfach keine Sicherheit. Gerade bei der Bechermethode muss man es aber genau wissen, um nicht den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.

Wie lange hat es gedauert, bis es dann mit der Schwangerschaft geklappt hat?

Im Herbst letzten Jahres habe ich OvulaRing bestellt und alles erst einmal trocken, also ohne Spender ausprobiert, um mich damit vertraut zu machen. Ich fand es angenehm, dass ich den Sensor auswerten konnte, wann immer ich wollte oder Zeit hatte. Er misst verlässlich die Temperatur und hat auch den Eisprung erkannt. Das war schon mal sehr beruhigend. Der Biosensor zeigt auch, wann ich gestresst oder zu aktiv bin. Dann steigt die Temperatur ein wenig an. So konnte ich sehen, wann ich mich mehr entspannen musste.

Ende des Jahres versuchte ich es dann das erste Mal mit vier Samenspenden – ohne Erfolg. Aber schon im nächsten Zyklus hat es geklappt: eine Samenspende und direkt ein Treffer! So bin ich im zweiten Anwendungszyklus schwanger geworden.

Würdest du Frauen in ähnlichen Situation raten, es auch mit dieser Methode zu versuchen?

Oh ja, auf jeden Fall. Mir gefällt besonders, dass die Anwendung so kinderleicht ist. Der Ring stört überhaupt nicht im Alltag. Außerdem stand mir bei jeglichen Fragen immer ein Ansprechpartner vom Fach zur Seite. Ich konnte in Gruppen für gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch bereits über meinen Erfolg berichten und einige lesbische Paare wollen es, aufgrund meiner Erfahrung, jetzt auch damit versuchen. Ich denke, OvulaRing ist für unsereins besonders geeignet, denn das Kindermachen selbst ist bei uns ja eher eine technische Angelegenheit. Und da kommt es auf das richtige Timing an.

Quelle: Pressemitteilung lifePR vom 17.09.2020