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Zuschlag für Kardionetzwerk am Klinikum St. Georg durch das Sächsische Staatsministerium

17.12.2012
Nachstationäre Überwachung von Patienten mit Herzschrittmachern erreicht neue Dimension

Nachstationäre Überwachung von Patienten mit Herzschrittmachern erreicht neue Dimension

Leipzig. Für den Ausbau der telemedizinischen Vernetzung hat der Freistaat Sachsen ein besonderes Förderprogramm aufgelegt, welches aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Ziel ist es, besonders interessante und nachhaltige Projekte mit bis zu 80% der Investitions- und Personalkosten zu fördern.

Das Klinikum St. Georg hat sich mit dem Konzept „Telemedizinisches Kardionetzwerk Westsachsen“ beworben und bekommt am 20.12.2012 im Beisein der Sächsischen Staatsministerin Christine Clauß den Zuschlag für dieses Projekt. Es werden 2,67 Mio. € Fördermittel bereitgestellt. Das Klinikum St. Georg und seine Projektpartner investieren einen Eigenanteil in Höhe von 0,67 Mio. €.

Als Initiator verfügt das Klinikum St. Georg bereits über zahlreiche Erfahrungen auf dem speziellen Gebiet der telemedizinischen Projektentwicklung. Dabei wurden das Klinikum und die regionalen Partner immer von Freistaat Sachsen unterstützt – sowohl finanziell als auch konzeptionell.

Wichtige Meilensteine dabei sind der Aufbau des „Telematikverbundes Sachsen Nord“ und des „Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerkes Nordwestsachsen“. Mit dem Kardionetzwerk kommt nun ein dritter Baustein in der Produktpalette des Klinikums hinzu. Nach Radiologie und Neurologie geht es nun um die Überwachung von Patienten mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren (Implantate) nach deren klinischen Aufenthalt.

Das Thema ist im Klinikum St. Georg nicht neu. Bereits seit langem werden in der kardiologischen Klinik vernetzungsfähige Implantate eingesetzt und die Patienten in einer speziellen Sprechstunde überwacht. Das Kardionetzwerk stellt dieses Versorgungsmodell jedoch auf eine neue qualitative Stufe.

Die Überwachung funktioniert im Prinzip vierstufig. Die Implantate speichern fortwährend alle wichtigen Daten des Implantats selbst und des Herzens. Das Implantat verfügt zusätzlich über einen kleinen Sender, der die gespeicherten Daten an eine Basisstation überträgt. Diese kann sowohl mobil mitgeführt als auch im häuslichen Umfeld aufgebaut werden. Von dort aus werden die Daten über das Mobilfunknetz an ein Rechenzentrum weitergeleitet und mit einer speziellen Software verarbeitet. Alle relevanten Daten des Patienten werden mit Toleranzbereichen verglichen und Abweichungen mit einem Ampelsystem markiert. Das Monitoringsystem wird von erfahrenen Kardiologen des Klinikums St. Georg überwacht. Bei für den Patienten kritischen Situationen werden der nachsorgende Facharzt und der Patient informiert und Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Dabei ist das Implantat trotz zusätzlicher Technik nicht größer und hat keine geringere Lebensdauer. Höchster Wert wird zudem auf den Schutz der sensiblen Patientendaten gelegt.

Das Projekt ist zunächst für zwei Jahre festgeschrieben. In diesem Zeitraum sollen ca. 1.500 Patienten die speziell ausgerüsteten Herzschrittmacher und Defibrillatoren und die notwendige Basisstation erhalten und damit überwacht werden.

Diese hohen Fallzahlen sind durchaus ambitioniert und können nur erreicht, wenn sich neben dem Klinikum St. Georg noch weitere Implantationszentren in das Projekt integrieren. Entsprechende Absichtserklärungen liegen vor. Darüber hinaus ist es das Ziel, kardiologische Praxen als Zuweiser und spätere Nachsorger mit ins Boot zu holen. Diese enge Verzahnung der ambulanten und stationären Versorger ist für den Erfolg von großer Bedeutung.

Für das Projekt werden im Klinikum St. Georg drei neue Mitarbeiter eingestellt, die sich um alle medizinischen und administrativen Belange kümmern werden.

Quelle: Presseinformation der Klinikum St. Georg gGmbH vom 13.12.2012