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Coronavirus treibt Digitalisierung voran

22.10.2020
Das Coronavirus wirkt bei medizinischen Einrichtungen spürbar als Digitalisierungsbeschleuniger. Doch laut einer aktuellen Studie hinkt Deutschland im Ländervergleich weiter hinterher.

Deutschland meisterte bislang die Coronakrise in Bezug auf medizinische Versorgung und Krankenhauskapazitäten vergleichsweise gut, bei der Anwendung einzelner digitaler Technologien im Gesundheitswesen ist aber noch Luft nach oben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie „Shaping the future of European healthcare“ der Münchner Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte GmbH, für die medizinisches Personal in sieben europäischen Ländern befragt wurde.

Vertrauen in digitale Technologien für die Patientenversorgung wächst

Das neuartige Virus habe bei 40 % der medizinischen Einrichtungen spürbar als Digitalisierungsbeschleuniger gewirkt. Doch es gebe noch große Potenziale, die bislang nicht ausgeschöpft werden. Dem stimmen die deutschen Studienteilnehmer zu: 86 % haben großes Vertrauen in digitale Technologien. Sie sind überzeugt, dass diese die Patientenversorgung weiterhin verbessern können. Aktuell kommen digitale Technologien im deutschen Medizinbetrieb vor allem für administrative Aufgaben zum Einsatz, dazu gehören die digitale Krankenakte, digitale Dienstpläne sowie spezifische Anwendungen für Klinikpersonal. Beides wird auch mit Blick auf die Versorgung positiv bewertet.

Medizinisches Personal ist bei Telemedizin zurückhaltend

Ein gegensätzliches Bild zeichnet sich bei der Telemedizin ab, also Technologien zur Betreuung von Patienten via Telefon und Videochat. Nur 30 % des medizinischen Personals geben an, Telemedizin zu nutzen. Einen Vorteil für die Patientenversorgung sehen hier jedoch mehr als doppelt so viele Befragte (64 %). Derzeit viel diskutierte Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR) werden hingegen europaweit nur sehr vereinzelt genutzt. Im deutschen Gesundheitswesen wenden 7 % des medizinischen Personals KI und 4 % VR an. Immerhin glaubt ein Drittel der Befragten, dass diese Technologien Vorteile für die Patientenversorgung bringen könnten. Genauso viele Befragte sind sich bei fortschrittlicheren Technologien – darunter auch Genomdaten und Robotertechnik – jedoch unsicher.

Bürokratie behindert Digitalisierung

Bevor neue Technologien eingeführt werden, sind vor allem organisatorische und bürokratische Hürden zu überwinden.
Das 4 Mrd. Euro schwere Investitionsprogramm von Bund und Ländern im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes dürfte jedoch in deutschen Krankenhäusern ebenfalls als Digitalisierungsbeschleuniger wirken.

Kontakt zum Wirtschaftsprüfungsbüro:
Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Rosenheimer Platz 4
81669 München
 www2.deloitte.com/de

Quelle: Pressemitteilung medizin&technik vom 22.10.2020