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Bundesweites Forschungsvorhaben zur Bekämpfung von Volkskrankheiten

18.12.2012
Freistaat Sachsen tritt Bund-Länder-Vereinbarung zum 01. Januar 2013 bei

Freistaat Sachsen tritt Bund-Länder-Vereinbarung zum 01. Januar 2013 bei

Die Sächsische Staatsregierung hat heute der Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung über die gemeinsame Förderung der Nationalen Kohorte durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zugestimmt. Bund und Länder haben diese Vereinbarung in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz am 29. Juni 2012 beschlossen und damit ihre Absicht bekundet, die epidemiologische Forschung in Deutschland nachhaltig zu stärken.

„Mit der Errichtung einer Nationalen Kohorte wird in Deutschland eine einmalige Forschungsressource für die biomedizinische Forschung aufgebaut. Im Rahmen einer repräsentativ angelegten bevölkerungs-bezogenen Langzeitbeobachtung sollen belastbare Aussagen über die Ursachen von Volkskrankheiten im Zusammenspiel von genetischer Veranlagung, Lebensgewohnheiten und umweltbedingten Faktoren getroffen werden“, erklärt Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer.

Standort für die Forschungen zur Nationalen Kohorte in Sachsen wird die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig. Das dortige Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE), einem Projekt der Landesexzellenzinitiative des Freistaates Sachsen, hat in den vergangenen Jahren bereits wichtige Kompetenzen in diesem Bereich erworben.

„Mit diesem wichtigen Forschungsvorhaben sichern wir somit auch nachhaltig einen wichtigen Forschungsschwerpunkt mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit an der Universität Leipzig“, erklärt die Staatsministerin.

In Deutschland sind gegenwärtig über zwei Drittel aller Todesfälle ursächlich auf Krebs, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes-Erkrankungen zurückzuführen. In einer stetig alternden Bevölkerung wächst zudem die Zahl von Personen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch Lungenerkrankungen, neurodegenerative und andere altersbedingten Erkrankungen, wie rheumatische oder degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates, hervorgerufen werden. Zudem erleichtert die zunehmende weltweite Mobilität die Ausbreitung neuer oder besiegt geglaubter Infektionskrankheiten. Diese Erkrankungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, verlaufen häufig chronisch oder verschlechtern sich über den Zeitverlauf und können somit zu einer erhöhten Sterblichkeit führen.

Beim Projekt der Nationalen Kohorte handelt es sich um eine prospektive, bevölkerungsbezogene Langzeitstudie mit 200.000 Untersuchungspersonen im Alter von 20 bis 69 Jahren. Der Begriff Kohorte bedeutet in diesem Zusammenhang Gruppe oder Teil einer Bevölkerung. Sie bildet so die Datenbasis für wichtige Forschungsfragen, wie genetische Faktoren, Umweltbedingungen, soziales Umfeld und Lebensstil bei der Entstehung von Krankheiten zusammenwirken. Sie wird damit zur Entwicklung von Strategien für eine bessere Vorbeugung und Behandlung von Volkskrankheiten beitragen.

Die Nationale Kohorte wird eine hoch standardisierte und umfassende Daten-bank liefern, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sein wird, sowohl im Bezug auf Risikofaktoren als auch auf das Auftreten häufiger Erkrankungen. Durch den Einsatz eines einheitlichen Studienprotokolls und modernster Technik kann diese umfangreiche Stichprobe für eine weite Bandbreite von Forschungsfragen verwendet werden.

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt dieses zum 01. Januar 2013 beginnende und über zehn Jahre laufende Forschungsvorhaben mit insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 18.12.12