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Weitere Förderung eines erfolgsversprechenden Medikaments gegen COVID-19

23.11.2021
Biotest AG erhält Hilfe des Bundes zur Forschung und Herstellung von Therapeutika gegen SARS-CoV-2.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) treibt die Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung von COVID-19 weiter voran. Mit einem Volumen von 29 Millionen Euro wird nun auch das Forschungsvorhaben TRICOVID der Biotest AG mit Sitz in Dreieich in Hessen vom BMBF und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das die Immunreaktion nach einer COVID19-Infektion regulieren soll. Bislang waren bereits sechs Forschungsvorhaben unterstützt worden, die in der Endphase ihrer Entwicklung sind. Auch für diese Ansätze wurden bereits 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Nur die Kombination aus Impfen und die Verfügbarkeit von wirksamen Arzneimitteln kann die Pandemie langfristig und nachhaltig eindämmen. Wir befinden uns aktuell in einer weiteren Infektionswelle, in der es auch vermehrt zu Impfdurchbrüchen kommt. Immer mehr junge Menschen infizieren sich mit dem Virus. Aber auch alte Menschen und Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen brauchen weiterhin dringend therapeutische Optionen, damit auch sie bei schwerwiegenden Krankheitsverläufen bestmöglich behandelt werden können. Hierfür benötigen wir schnell ein breit aufgestelltes Behandlungsrepertoire, damit Patientinnen und Patienten endlich in allen Stadien der Erkrankung wirksam behandelt werden können. Ich freue mich, dass wir mit der Biotest AG einen weiteren Spezialisten mit exzellenten Forscherinnen und Forschern in der Entwicklung von wirksamen Arzneimitteln gegen COVID-19 unterstützen können. Der Instrumentenkoffer füllt sich Tag für Tag. Wir werden der Pandemie durch Impfen und Arzneimittel ihren Schrecken nehmen. Die Forschung hierzulande leistet dazu einen wichtigen Beitrag. “

Hintergrund

Im Vorhaben TRICOVID der Biotest AG wird ein Arzneimittel (Trimodulin), welches das Immunsystem beeinflussen soll (Immunmodulation), im Rahmen einer klinischen Phase-III-Studie geprüft. Trimodulin wird aus menschlichem Blutplasma gewonnen und enthält hohe Konzentrationen verschiedener Antikörper, die für die Funktion des Immunsystems erforderlich sind. Trimodulin soll für die Behandlung von COVID-19 Patientinnen und Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf entwickelt werden. Trimodulin wirkt durch eine Vielzahl von Mechanismen, die zum einen das Immunsystem stärken und zum anderen gesundheitsschädliche Vorgänge hemmen könnten. Über diese Wirkungsmechanismen verhindert Trimodulin, dass sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet. Dadurch sollen folglich zum Beispiel schwere Atemstörungen und Multiorganversagen verhindert werden. Dies könnte die Genesung von Patientinnen und Patienten beschleunigen und schwere Komplikationen bis hin zum Tod verhindern.

Das Forschungsvorhaben TRICOVID ist Teil einer breit angelegten Förderinitiative zur Wirkstoffentwicklung des BMG und des BMBF. Aufbauend auf zwei vorangegangene Fördermaßnahmen des BMBF zur frühen klinischen Entwicklung, unterstützen das BMG und das BMBF das Projekt TRICOVID in der Durchführung von späten klinischen Phasen, um im Falle einer erfolgreichen Zulassung eine schnelle Verfügbarkeit für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

Die Biotest AG ist spezialisiert auf die Entwicklung von Plasmaproteinen und biotherapeutischen Arzneimitteln. Die Präparate kommen bei Erkrankungen des Immunsystems oder des blutbildenden Systems zum Einsatz, wobei sich das hessische Unternehmen aus Dreieich vorrangig auf die Anwendungsgebiete Klinische Immunologie, Hämatologie sowie Intensiv- und Notfallmedizin spezialisiert hat. Das Portfolio des mittelständischen Unternehmens reicht von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung von Hyperimmunglobulinen, wobei sich die Expertise insbesondere auf die Entwicklung innovativer Produkte zur Prävention und Therapie lebensbedrohlicher und seltener Infektionen konzentriert.

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 23.11.2021