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Sächsische Transfer Roadshow am HZDR: Sachsen auf dem Weg zum internationalen Standort für Lebenswissenschaften

24.01.2022
Wissenschaftliche Erkenntnisse und ihr Transfer müssen Hand in Hand gehen. Dies ist Grundlage, um die aktuellen und künftigen Herausforderungen unserer Welt zu lösen und dient zugleich der Erschließung innovativer Märkte für den sächsischen Mittelstand.

Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Transferprojekt „GMP-Herstellung für Iod-123 markierte Radiopharmaka zur Diagnostik von Parkinson“, für das Prof. (em.) Jörg Steinbach vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) im Juli 2021 mit dem Sächsischen Transferpreis ausgezeichnet wurde. Bei der Sächsischen Transfer Roadshow, die am 25. Januar 2022 einen Stopp am HZDR einlegt, wird Jörg Steinbach gemeinsam mit der ROTOP Pharmaka GmbH dieses Best-Practice-Beispiel vorstellen. ROTOP gilt als weltweit ausgewiesenes radiopharmazeutisches Zentrum mit Sitz in Dresden-Rossendorf.

 

Der Transfer am HZDR hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Gerade im Bereich der Lebenswissenschaften gibt es am HZDR inzwischen zahlreiche Beispiele dafür, dass Grundlagenforschung mit Therapieentwicklung und Medikamentenherstellung Hand in Hand gehen, um so zeitnah wissenschaftliche Erkenntnisse den Patient*innen zukommen zu lassen.

 

Die anwendungsnahe Gesundheitsforschung am HZDR fokussiert sich vor allem auf die Erforschung neuer radiopharmazeutischer Substanzen sowie Therapien zur Behandlung von Krebserkrankungen. Aktuell wird im Forschungsverbund TurbiCAR unter Leitung des HZDR an einem innovativen Therapieansatz zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie geforscht. Dabei werden körpereigene Zellen des Immunsystems genetisch so modifiziert, dass sie Krebszellen erkennen, angreifen und ausschalten. Erste klinische Studien am Patienten zeigen seit Anfang 2020 vielversprechende Erfolge. Ebenfalls hochaktuell forscht das Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung im Forschungsprojekt „Viroprotect: Inhalationsmedikament zur Infektionsverhinderung“ an Medikamenten gegen Virusinfektionen wie SARS-CoV-2 oder Grippeviren. Und nicht zuletzt stellt das HZDR routinemäßig Radiopharmaka nach dem GMP-Standard (Richtlinie der Guten Herstellungspraxis) für die klinische Forschung am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden zur Verfügung. Das HZDR hält zudem ein Portfolio an 13 Patenten und Patentanmeldungen, das in Rossendorf entwickelte Substanzen für Arzneimittel sowie Technologien für Therapien enthält. Damit wird das Recht auf Verwertung und Vermarktung der anwendungsorientierten Gesundheitsforschung am HZDR sichergestellt.

 

Mit der i3 Membrane GmbH und der ROTOP Pharmaka GmbH sind zwei HZDR-Ausgründungen im Bereich der Lebenswissenschaften mit ihren Produkten erfolgreich auf Wachstumskurs. Von den inzwischen 130 ROTOP-Beschäftigten hat ein nennenswerter Anteil während der Promotionszeit am HZDR gearbeitet. Dass so auch Arbeitsplätze geschaffen werden, belegen die aktuell 18 offenen Stellenangebote auf der ROTOP-Homepage.

 

Diese erfolgreiche Entwicklung wird auch im sächsischen Wirtschaftsministerium wahrgenommen. Staatsminister Martin Dulig betont: „Der Freistaat ist ein Land mit langer Innovationstradition – und mit großem Innovationspotenzial für die Zukunft. Für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft ist es entscheidend, dass wir nicht nur hervorragende Technologien entwickeln, sondern diese auch in Anwendungen umsetzen und damit neue Märkte erschließen. Die erfolgreiche Kooperation von HZDR und ROTOP ist dafür ein herausragendes Beispiel. Um jetzt die Weichen für die Innovationserfolge von morgen zu stellen, ist vieles erforderlich: die Initiative von Unternehmerinnen und Unternehmern, exzellente Forschung und Entwicklung, die Verfügbarkeit von Fachkräften, Kreativität und Mut, Vernetzung und Kooperation – und natürlich auch die Unterstützung aus Politik und Verwaltung. Mit dem Sächsischen Transferpreis, Netzwerkveranstaltungen wie dem Transferforum oder gezielten Angeboten wie der Validierungsförderung, die auf einen verbesserten Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft abzielt, gibt der Freistaat wichtige Impulse.“

 

Marina Heimann, Geschäftsführerin der Innovationsplattform futureSAX, ergänzt: „Transfer beginnt schon im Kleinen. Es wird immer wieder deutlich, wie wichtig der direkte Wissens- und Erfahrungsaustausch gerade auch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist, um erstmalig oder erneut erfolgreiche Transferprojekte zu initiieren. Ich freue mich mit unserem Transferpreis-Gewinner Prof. Steinbach und hoffe auf viele Transferakteure, die diesem Vorbild folgen und zukunftsfähige Innovationen in Sachsen entwickeln, von der Spitzenwissenschaft in die starke Wirtschaft.“

 

„Die Unterstützung des Freistaates Sachsen werden wir auch künftig benötigen, um die Gesundheitswissenschaften weiter zu stärken“, meint Dr. Björn Wolf, Leiter der Stabsabteilung Technologietransfer und Innovation am HZDR. „Dabei sollte die Biotech-Förderung auch die Verwertungspotenziale stärker in den Blick nehmen.“

 

Die Sächsische Transfer Roadshow am HZDR und bei der ROTOP Pharmaka GmbH findet am kommenden Dienstag, den 25. Januar ab16.15 Uhr online statt. Die Roadshow richtet sich an Unternehmen, die einen Einblick in die sächsische Forschungslandschaft sowie in Prozesse und Strukturen für die wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen erhalten möchten. Mehr zum Programm und zur Anmeldung: https://www.futuresax.de/events/veranstaltung/saechsische-transfer-roadshow-7-am-helmholtz-zentrum-dresden-rossendorf .

 

Quelle: https://www.hzdr.de/db/Cms?pOid=65095&pNid=99