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Richtlinie zur Förderung von Vorhaben der strategischen Projektförderung mit der Republik Indien unter der Beteiligung von Wirtschaft und Wissenschaft (2 + 2 Projekte) zum Schwerpunktthema „Bioökonomie in der Land- und Forstwirtschaft“

16.09.2019
Abgabe: 10. Dezember 2019

1 Förderziel, Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Förderziel und Zuwendungszweck

Indien zählt zu den strategischen Partnerländern Deutschlands, insbesondere im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ). Um diese Kooperation auszubauen, haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das indische „Department of Science and Technology“ (DST) 2010 das „Indo-German Science and Technology Centre“ (IGSTC) gegründet. Wesentliches Ziel des IGSTC ist es, die Zusammenarbeit zwischen akademischen und industriellen Partnern beider Länder im Bereich der industriellen Forschung und experimentellen Entwicklung zu fördern.

Basis der Zusammenarbeit ist das WTZ-Abkommen zwischen dem BMBF und dem indischen „Ministry of Science and Technology“ von 1974.

Die vorliegende Fördermaßnahme erfolgt im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie des Aktionsplans des BMBF „Internationale Kooperation“. Auf indischer Seite greift die Förderrichtlinie auf vergleichbare Programme wie „Make in India Mittelstand“ zurück. Die Förderrichtlinie dient dazu, gemeinsame, anwendungsorientierte Forschungsprojekte von gegenseitigem Interesse zu fördern und damit zu einer Intensivierung der WTZ mit Indien beizutragen. Durch die Zusammenführung von Wissen, Erfahrungen, Forschungsinfrastrukturen und sonstigen Ressourcen beider Seiten soll ein Mehrwert für die beteiligten Partner ­generiert werden. Durch Austausch von Wissen und durch gemeinsame Entwicklungen soll langfristig die Grundlage für gegenseitigen Marktzugang und eine nachhaltige wirtschaftliche Kooperation geschaffen werden.

Mit der Hightech-Strategie 2025 setzt das BMBF thematische Prioritäten bei Forschung und Innovation. Zu den prioritären Zukunftsaufgaben zählen unter anderem die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, nachhaltiges Wirtschaften sowie Innovationen in der Arbeitswelt. Das DST spricht in seiner „Technology Vision 2035“ sowie mit der Kampagne „Make in India“ ähnliche Ziele an.

Die geförderten Vorhaben sollen auch der Vorbereitung von Antragstellungen für Anschlussprojekte z. B. beim BMBF, der Europäischen Union (EU) oder Förderorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft dienen.

Thematischer Schwerpunkt der vorliegenden Förderrichtlinie ist die Land- und Forstwirtschaft als eine der tragenden Säulen der Bioökonomie. Um eine nachhaltige und ressourceneffiziente Bewirtschaftung zu erreichen, gewinnt die Präzisionslandwirtschaft an Bedeutung. Ein zielgerichtetes Monitoring der Bodenqualität ist z. B. für den Einsatz von Düngemitteln von hoher Bedeutung. Die Förderrichtlinie zielt zudem auf neue und innovative Konzepte wie „Urban Farming“ und „Vertical Farming“ ab, um die Nachfrage nach regionalen Produkten gerade auch in großen Städten bedienen zu können. Der Nutzung von vor Ort anfallenden Rest- und Abfallstoffen bzw. Abwärme kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Gerade in Ländern wie Indien mit einem sehr anspruchsvollen Klima spielt die Sicherheit von Versorgungsketten eine wichtige Rolle. Hier können Blockchain-Technologien helfen, um die Transparenz der Versorgungsketten zu erhöhen und Verunreinigungen oder Unterbrechungen zu dokumentieren. Die höhere Transparenz wird helfen, die Verfügbarkeit regionaler Lebensmittel für Händler und Endverbraucher zu erhöhen.

Der Zuwendungszweck zielt auf technische Innovationen bzw. Adaptionen ab, die idealerweise in eine Produktentwicklung münden. Um dies innerhalb der Projektlaufzeit erreichen zu können, werden Projektvorschläge erbeten, die bereits einen entsprechenden technologischen Reifegrad erlangt haben (Technology Readiness Level1 – TRL 3/TRL 4).

Die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen außerhalb des EWR2, der Schweiz und Indiens nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Zuwendungsgebers verwertet werden.

Quelle: Mitteilung des BMBF vom 19. August 2019, Bundesanzeiger vom 06.09.2019