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Fraunhofer IZI-Diplomandin mit Karl-Schügerl-Preis ausgezeichnet

12.07.2019
Julia Penk, Diplomandin am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, erhielt für ihre Diplomarbeit einen der Karl-Schügerl-Preise 2019.

Julia Penk hat ihre Diplomarbeit zum Thema »Optimierung des Upstream-Prozesses und Etablierung der Downstream-Sequenz zur GMP-konformen biotechnologischen Herstellung eines humanisierten Anti-CD4 IgG4 Antikörpers« 2017 erfolgreich abgeschlossen. In ihrer Arbeit leistete sie einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und -optimierung eines Herstellungsprozesses für einen therapeutischen Antikörper.

Die Prozessentwicklung ist von großer Bedeutung für die Translation neuer Erkenntnisse aus der pharmakologischen Forschung in die klinische Anwendung, da für die schnelle und wirtschaftliche Produktion von Wirkstoffkandidaten für präklinische und klinische Phase I und II Studien definierte, skalierbare Herstellungsprotokolle benötigt werden. Eine optimale Prozessführung sowohl im Upstream- als auch im Downstream-Bereich gewährleistet eine gleichbleibende Produktqualität und garantiert die Produktsicherheit und -reinheit. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit entwickelte Julia Penk den Herstellungsprozess für einen neuartigen monoklonalen Anti-CD4 Antikörper, welcher als Basis für die spätere pharmazeutische Herstellung gemäß GMP (Good Manufacturing Practice) dient. Das Präparat soll künftig zur Vermeidung der sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD, engl. Graft-versus-Host Disease) nach allogenen Stammzelltransplantationen eingesetzt werden.

Am Fraunhofer IZI wurden die optimierten Prozessprotokolle von Julia Penk inzwischen in den GMP-Produktionsmaßstab zur Herstellung klinischer Prüfmuster für eine klinische Studie übernommen. Die Arbeitsgruppe Antikörperherstellung betreibt an dem Leipziger Fraunhofer-Institut eine small-scale-GMP-Anlage zur pharmazeutischen Produktion monoklonaler Antikörper. Julia Penk ist seit Abschluss ihrer Diplomarbeit als Bioprozessingenieurin in der Arbeitsgruppe tätig.

Am Fraunhofer IZI wurde die Diplomarbeit in der Abteilung Therapievalidierung betreut. Betreuer an der Technischen Universität Dresden war Professor Thomas Bley, Seniorprofessor für Bioverfahrenstechnik am Institut für Naturstofftechnik. Bley hatte die Diplomandin für den Preis vorgeschlagen. Die Preisverleihung fand am 28. Juni 2019 in Hannover statt.

Der Karl-Schügerl-Preis zeichnet seit 1995 alle zwei Jahre Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus, die sich durch besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Biotechnologie hervorgetan haben. Vergeben wird er vom Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover, dessen Leiter Professor Karl Schügerl bis zu seiner Emeritierung war, sowie der Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover e.V.. Der Preis wurde zu Ehren von Schügerls hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen als national und international anerkannter Fachmann für Biotechnologie ins Leben gerufen.

Quelle: Presseinformation des Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI vom 09. Juli 2019