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Europäische Biomaterial-Forscher treffen sich zur Jahreskonferenz in Dresden

09.09.2019

Biomaterialien sind nahezu unverzichtbar. Bei fast jedem Menschen wird im Laufe des Lebens das eine oder andere Biomaterial in den Körper implantiert – in Form eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks, einer neuen Linse für das Auge oder einer Metallplatte, mit der ein gebrochener Knochen stabilisiert und wieder zum Heilen gebracht werden soll. Andere benötigen eine künstliche Herzklappe oder einen Stent, mit dem ein verengtes Blutgefäß offengehalten wird und Zuckerkranke bekommen möglicherweise eine Insulinpumpe implantiert. Überhaupt wird bei jedem chirurgischen Eingriff die Wunde am Ende mit Fäden wieder zugenäht: auch hierbei handelt es sich um sogenannte Biomaterialien.
Als Biomaterialien werden Werkstoffe bezeichnet, die für den Einsatz im direkten Kontakt mit den Zellen und Geweben unseres Körpers entwickelt werden – und das zugehörige Forschungsgebiet hat sich in den letzten etwa 30 Jahren zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt. Besonders viele Forschungseinrichtungen, die sich mit solchen Materialien beschäftigen, finden sich in Dresden. Sowohl an der Technischen Universität als auch dem zugehörigen Universitätsklinikum sowie einer Reihe von Instituten der Fraunhofer- und Leibniz-Gesellschaften wird aktiv an der Entwicklung neuer, der Verbesserung bereits bekannter oder auch Testung von Biomaterialien geforscht. So ist es nur konsequent, dass die 30. Jahreskonferenz der Europäischen Biomaterialgesellschaft (European Society for Biomaterials, ESB) dieses Jahr in Dresden ausgerichtet wird. Verbunden ist der Kongress mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Biomaterialgesellschaft (DGBM), die auch als Mitveranstalter auftritt.
Unter der Tagungspräsidentschaft von Professor Michael Gelinsky, Leiter des Zentrums für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und dem Ko-Präsidenten Prof. Stefan Rammelt vom Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum des Dresdner Universitätsklinikums werden sich vom 9.-13. September knapp Eintausend Biomaterial-Experten zum Austausch der neuesten Forschungsergebnisse auf diesem medizinisch so relevanten Gebiet treffen. Im Internationalen Kongresszentrum am Elbufer präsentieren Wissenschaftler aus 41 Ländern die neuesten Entwicklungen bei polymeren, keramischen und metallischen Biomaterialien. Sie diskutieren die Herstellung patientenindividueller Implantate mittels 3D-Drucktechniken, beleuchten Themen wie die Beladung von Biomaterialien mit Wirkstoffen, ein Ansatz, der zum Beispiel für die lokale Bekämpfung von Infektionen im Körper immer wichtiger wird. Auch das Tissue Engineering – also die Herstellung künstlicher Gewebe im Labor durch die Kombination von Biomaterialien mit lebenden Zellen – wird ein wichtiges Thema sein. Das wissenschaftliche Programm wird begleitet von einer Industrieausstellung, auf der Firmen vor allem neue Geräte präsentieren, die für die Materialcharakterisierung von Bedeutung sind. Auch mehrere Hersteller von 3D-Druckern, welche die Verarbeitung von Biomaterialien erlauben, zeigen ihre neuesten Maschinen. Eine Reihe von Unternehmen unterstützen die Konferenz überdies als Sponsoren.
Eine große finanzielle Unterstützung kommt aber auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – was es möglich gemacht hat, renommierte Biomaterialexperten aus anderen Kontinenten als Sprecher nach Dresden einzuladen. Darunter ist zum Beispiel Professor Horst von Recum, der amtierende Präsident der Biomaterialgesellschaft der USA, welcher an der Case Western Reserve University in Cleveland/Ohio an Polymeren forscht.
Nähere Informationen zur Tagung inklusive des ganzen Programms finden sich auf den Internetseiten der Konferenz unter www.esb2019.org.

Quelle: Medizinische Fakultät der Carl Gustav Carus vom 06.September 2019