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BIOTECH MEETS POLITICS: Sächsische Biotechnologen präsentieren ihre Projekte

07.07.2015
Mehr als 20 Biotechnologieprojekte sächsischer Hochschulen, außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und Unternehmen präsentieren auf dem Branchentreff „BIOTECH MEETS POLITICS“ in Dresden die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Wissenschaftsministerin Stange: „Forschung muss auch praktische Umsetzung erfahren“

Mehr als 20 Biotechnologieprojekte sächsischer Hochschulen, außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und Unternehmen präsentieren heute auf dem Branchentreff „BIOTECH MEETS POLITICS“ in Dresden die Ergebnisse ihrer Arbeit. Es beteiligen sich Forscher der TU Dresden, der Universität Leipzig, der TU Bergakademie Freiberg, der HTWK Leipzig, der Helmholtz-, Max-Planck- und Fraunhofer-Institute sowie der QuoData GmbH und der VivoSensMedical GmbH. In ihren Projekten widmen sich die Wissenschaftler unter anderem der medizinischen Forschung zur Entwicklung von neuen Therapien und wirksamen Arzneien sowie Problemen der biologischen Reinigung von Bergbau- und Industrieabwässern. Die Veranstaltung eröffnete Forschern, Politikern, Unternehmern und Geldgebern die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen und über Perspektiven und Bedürfnisse dieser Zukunftsbranche zu diskutieren.

„Biotechnologie und Lebenswissenschaften weisen als Zweig der Wissenschaft und als Branche der Wirtschaft ein schier unerschöpfliches Potenzial auf – schier unerschöpflich auch deshalb, weil die thematische Vielfalt und die Möglichkeit an Kooperationen verschiedener Sektoren so groß wie in kaum einem anderen Bereich sind. Sachsen ist einen gewaltigen Schritt in Richtung eines Biotechnologielandes gegangen. Aber wir sind im Bereich der Biotechnologie und Lebenswissenschaften noch nicht dort angekommen, wo wir uns gern sehen würden“, erklärt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. „Für die Zukunft wollen wir, dass das, was Forschung leistet, auch eine stärkere praktische Umsetzung erfährt“, so Ministerin Stange. Dieser Anspruch habe das Wissenschaftsministerium bewogen, die aktuelle Förderbekanntmachung an das Vorhandensein von Projektanschlussstrategien zu koppeln. „Trotz des hohen Anforderungsniveaus haben wir die überwältigende Zahl von 125 Projektskizzen erhalten, deren Bearbeitung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.“ Auch dieses Interesse zeige, welch gewaltiges wissenschaftliches Potenzial an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes vorhanden sei.

Über das Wissenschaftsministerium wird Forschung in den Bereichen Biotechnologie und Lebenswissenschaften umfangreich gefördert. Förderempfänger waren bisher unter anderem auch die Sächsischen Biotechnologiezentren BIOTEC und BBZ, die aus dem Kontingent der EFRE-Strukturfondsmittel zum Beispiel die Finanzierung von Großgeräten ermöglichen und damit die Basis für ihre wissenschaftliche Arbeit wesentlich aufwerten konnten. In der aktuellen Periode bis 2020 stehen 175 Millionen Euro an EU-Mitteln aus dem EFRE-Strukturfonds zur Verfügung. Ein Teil dieser Gelder wird der biotechnologischen Forschung zugutekommen. Außerdem wurden im aktuellen Doppelhaushalt 2015/2016 37,5% des für die Forschung vorhandenen Budgets konkret dafür veranschlagt, Projekte der Biotechnologie und Lebenswissenschaften an sächsischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu finanzieren. Unter Berücksichtigung der mittelfristigen Finanzplanung wird ein Finanzvolumen für Projektlaufzeiten bis maximal 2018 von insgesamt 9 Mio. Euro aufgewandt. Das Programm knüpft damit an den immensen Zuspruch der zurückliegenden Förderbekanntmachung im Doppelhaushalts 2013/2014 an.

Die jetzt wieder zum Wirtschaftsministerium gehörende Technologieförderung hat seit 2007 knapp 100 Millionen Euro für 162 Projekte im Bereich Biotechnologie und 97 Projekte in der Medizintechnik gewährt. Die Technologieförderung unterstützt Unternehmen und als Verbundpartner von Unternehmen auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Mit den Anfang dieses Jahres neu gefassten Förderrichtlinien der Technologieförderung führt das Wirtschaftsministerium die bewährten Programme branchen- und technologieoffen fort.

Im Jahr 2000 rief der Freistaat die „Biotechnologieoffensive“ mit dem Ziel und der Erwartung ins Leben, Sachsen zu einem herausragenden Biotechnologiestandort zu entwickeln, Arbeitsplätze zu schaffen und die nationale wie internationale Sichtbarkeit des Landes auszubauen. Mit dem Bewusstsein, dass Biotechnologie und Lebenswissenschaften auch als Hoffnungsträger dafür stehen, dass sich Forschung und Entwicklung dieses Bereichs grundlegenden globalen Herausforderungen zu stellen und Lösungen zu finden vermag, kommen im Rahmen der Veranstaltung BIOTECH MEETS POLITICS Vertreter unterschiedlicher Einrichtungen und Interessensvertretungen zusammen, um in einen konstruktiven Dialog zu treten.

Medieninformation des Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom 07.07.2015