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Uniklinik Dresden: Zwölf Millionen Euro für Dresdner SFB 655 „Von Zellen zu Geweben“ – Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert Dresdner Spitzenforschung für weitere vier Jahre

27.05.2013
Zum 1. Juli 2013 startet die dritte Förderperiode des Sonderforschungsbereiches SFB 655 „Von Zellenzu Geweben – Determination und Interaktionen von Stammzellen und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung“.

Zum 1. Juli 2013 startet die dritte Förderperiode des Sonderforschungsbereiches SFB 655 „Von Zellen zu Geweben – Determination und Interaktionen von Stammzellen und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung“. Nachdem der Fortsetzungsantrag der Technischen Universität Mitte März 2013 in Dresden erfolgreich begutachtet wurde, genehmigte nun der zuständige Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG in Bonn die Finanzierung für weitere vier Jahre. Für diesen Zeitraum wird der SFB 655 rund zwölf Millionen Euro erhalten.

Die im harten Wettbewerb gegen zahlreiche andere Forschungsinitiativen aus allen Fachgebieten bei der DFG eingeworbene dritte Förderperiode für den SFB 655 macht deutlich: Das Konzept und die in den ersten acht Jahren erreichten Forschungsergebnisse sind so überzeugend, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Dresdner SFB über die für Sonderforschungsbereiche maximal möglichen zwölf Jahre fördert. Somit erhalten die Dresdner Wissenschaftler die Chance, die Erkenntnisse zu grundlegenden zellulären Prozessen bei der Gewebebildung weiter auszubauen und die Basis für klinische Anwendungen zu schaffen.

Der Fokus der Forschung im SFB 655 liegt nach wie vor auf dem Nerven- und Blutbildungssystem. Dabei werden die weiteren Untersuchungen in diesen Bereichen in Breite und Tiefe intensiviert. 2005 stand das Ziel im Raum, anhand der Modellorganismen Zebrafisch, Maus und Axolotl die Gewebebildung, -erhaltung und -regeneration zur erforschen und dies auch auf klinische Anwendungen auszudehnen. Mittlerweile wird die Forschung an Zellen auch auf den Organismus Mensch ausgedehnt. Dieses Konzept der integrierten Forschung an menschlichen Zellen und Geweben sowie des Erkenntnisgewinns durch Untersuchungen an verschiedenen tierischen Modellorganismen hat sich nachweislich bewährt.

Insgesamt 44 Mitarbeiter, bestehend aus promovierten Wissenschaftlern, Doktoranden, technischen Assistenten und Ärzten, werden über die Mittel des SFB finanziert. 25 Forschergruppen, davon fünfzehn an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, die anderen am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), dem Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden (BIOTEC), dem DFG-Center für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) und dem Leibniz-Institut für Polymerforschung e.V. (IPF), werden fächerübergreifend zusammenarbeiten. Auch in der kommenden Förderperiode werden drei sogenannte Rotationsstellen finanziert. Damit erhalten interessierte Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, vorübergehend von ihren klinischen Verpflichtungen freigestellt zu werden, um sich in dieser Zeit ausschließlich der wissenschaftlichen Mitarbeit an einem Projekt zu widmen und in der Forschung weiter zu qualifizieren.

Auch eine seit 2010 bestehende, hochmoderne Deep Sequencing Facility zur Analyse sehr großer Mengen an DNA-Sequenz-Daten und die jetzt anstehende Etablierung eines „2- Photonen intravital-Mikroskops“ sind in Dresden Teil der Förderung. Mit dem neuartigen Mikroskop ist es möglich, Gewebe und Organe in ihrem natürlichen Umfeld am lebenden narkotisierten Versuchstier zu untersuchen.

Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Sprecher des SFB 655 und Direktor der Medizinischen Klinik 1 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, sieht mit der erneuten Förderung die bisherigen Forschungsleistungen und die innovativen Arbeitsprogramme für die kommende Förderperiode jedes einzelnen beteiligten Teilprojekts gewürdigt, aber auch den SFB insgesamt mit seiner wissenschaftlichen Vision, die biologischen Grundlagen der somatischen Stamm- und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung zu verstehen und daraus schließlich klinische Anwendungen abzuleiten, bestätigt. Im Hinblick auf dieses Ziel werden in diesem Forschungsverbund die traditionell getrennten Disziplinen der Molekular-, Zell-, Entwicklungs- und Evolutionsbiologie mit Bioengineering und molekularer Medizin zusammengeführt. Mit diesem innovativen Konzept ist der SFB 655 bei seiner Einrichtung 2005 das erste institutionalisierte Forum dieser Art in Deutschland gewesen. „In den vergangenen acht Jahren hat sich Dresden mit seinem bio-medizinischen Campus zu einem Standort mit internationaler Sichtbarkeit in der Stammzell- und Vorläuferzellforschung entwickelt, dabei hat nicht zuletzt der SFB die Basis für diesen Erfolg geschaffen“, so Gerhard Ehninger.

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Quelle: Presseinformation der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus vom 27.5.13