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Richtlinie zur Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie

25.10.2016
Das Förderangebot beinhaltet zwei eigenständige Module: die Anreizsetzung für die Einrichtung von Professuren (Modul 1) sowie die Etablierung von Nachwuchsgruppen (Modul 2) in den Fachdisziplinen Geriatrie und Gerontologie.

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zuwendungszweck

Die Chancen, gesund zu altern und lange zu leben, stehen heute besser denn je. Rund viereinhalb Millionen Menschen (5,4 % der Bevölkerung) sind 80 Jahre oder älter, und ihre Zahl wird in den nächsten Jahrzenten noch deutlich zunehmen. Allerdings werden auch in Zukunft wenige Menschen ihren letzten Lebensabschnitt vollständig gesund und selbstständig erleben können. Hierin liegt eine große Herausforderung für die Gesellschaft und das Gesundheits­system. Von den heute über 65-Jährigen sind viele chronisch krank und haben eine, meist sogar mehrere Krankheiten, die sie beeinträchtigen. Mit zunehmendem Alter steigt zudem oftmals auch die Pflegebedürftigkeit. Es gilt nicht nur solche Krankheiten zu erforschen, die im Alter zunehmen, wie beispielsweise Demenz, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso werden kontinuierlich neue, effektive, praktikable und kosteneffiziente Ansätze benötigt, die sich mit der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation und Prävention bei älteren Patient­innen und Patienten befassen. Hierzu ist eine geriatrische Forschung notwendig, die die Besonderheiten älterer Patientinnen und Patienten angemessen berücksichtigt.

Mit der Veränderung der körperlichen und geistigen Gesundheit im Alter ist häufig auch eine Verschiebung der Prioritäten im Lebensalltag verbunden. So sind etwa Funktionalität, Selbstständigkeit, Alltagsbewältigung und die soziale Teilhabe entscheidend für die Lebensqualität älterer Menschen. Hierfür bedarf es altersgerechter Konzepte, die zum Erhalt dieser Funktionen beitragen. Dabei gilt es vor allem auch die körperlichen, psychischen, sozialen und kulturellen Aspekte des Alterns und Alters zu berücksichtigen. Hier wird entsprechend eine gerontologische Forschung benötigt, die die besonderen Bedürfnisse von älteren Menschen als Ganzes in den Fokus nimmt.

Die geriatrische und gerontologische Forschung muss weiter ausgebaut werden, um die bestehenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bewältigen und auch die Potenziale des Alterns nutzen und gestalten zu können. Das beinhaltet, dass hochwertige Forschung in der Geriatrie und Gerontologie an weiteren Hochschulstandorten etabliert wird.

Voraussetzung für eine adäquate Verankerung der Altersforschung an deutschen Hochschulen ist der Auf- und Ausbau von Forschungskapazitäten in medizinischen, gesundheitswissenschaftlichen und soziologisch/psychologisch orientierten Fakultäten. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, Anreize zur Stärkung der Altersforschung in Deutschland in Bedarfsregionen zu geben und eine nachhaltige Profilbildung von ausgewählten Hochschulstandorten in den Fach­disziplinen der Geriatrie und Gerontologie zu unterstützen.

Das Förderangebot richtet sich an Hochschulen, die einen Lehrstuhl oder eine selbstständige Abteilung für Geriatrie oder Gerontologie neu einrichten möchten. Parallel wird auch bereits bestehenden Instituten oder Abteilungen für Geriatrie und Gerontologie die Gelegenheit gegeben, ihre Forschungskapazitäten durch die Gründung von Nachwuchsgruppen zu erweitern. Die Maßnahme erfolgt in Umsetzung der Demografiestrategie der Bundesregierung und des Aktionsplans Versorgungsforschung (https://www.bmbf.de/pub/Aktionsplan_Versorgungsforschung.pdf) als Bestandteil im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung (vgl. Nummer 1.2). [Mehr...]

Quelle: Bekanntmachung des BMBF vom 10. Oktober 2016