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Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben der Pflanzenforschung "Nutzpflanzen der Zukunft"

13.04.2017

Bekanntmachung des BMBF:
Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben der Pflanzenforschung "Nutzpflanzen der Zukunft" im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030. 

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage
1.1 Zuwendungszweck

Die globale Ernährungssicherung im Kontext des Klimawandels gehört zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Neben einem steigenden Bedarf an hochwertigen Lebensmitteln gilt es, einer steigenden Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen und biobasierten Ressourcen im Gesamtkontext landwirtschaftlicher Produktion Rechnung zu tragen. Eine innovative, hochmoderne Pflanzenzüchtungsforschung kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, geeignete biobasierte Ressourcen für die unterschiedlichen Bedarfsfelder zu erzeugen. Eine zeitgemäße Pflanzenzüchtung adressiert hierbei verschiedene Ziele. Neben anderen sind dies die Erhöhung des Leistungspotentials der Kulturpflanzen, die Stabilisierung der Erträge, die Einbringung verbesserter Resistenzen gegenüber Pathogenen sowie eine erhöhte Toleranz/Resilienz, z. B. gegenüber Hitze, Trockenheit, Kälte und Versalzung. Darüber hinaus gilt es, lokal angepasste Formen und Varietäten im Kontext der Biodiversität zu erhalten und gleichzeitig das Kulturpflanzenspektrum zu erweitern2.

Mit der Implementierung des sogenannten Genome Editing als eines Sammelbegriffs für ein Bündel neuer molekularbiologischer Methoden (wie z. B. Zinkfinger-Nukleasen-, TALEN- und CRISPR/Cas-Verfahren) zur gezielten Veränderung des Erbguts unterschiedlichster Organismen steht ein vielfältiges methodisch-technologisches Repertoire zur Verfügung mit dem signifikante Fortschritte in der Pflanzenzüchtung realisiert werden können. Die neuen Techniken (insbesondere CRISPR/Cas) besitzen ein enormes Anwendungspotential, da sie verglichen mit bisherigen Methoden leichter und präziser einsetzbar sind. Im Vergleich zu etablierten Verfahren ist ihre Anwendung mit einer erheblichen Zeitersparnis verbunden und überdies relativ kostengünstig anzuwenden.

Das Genome Editing ist eine Zukunftstechnologie mit großem wissenschaftlichem Entwicklungspotential in ver­schiedenen Bereichen. Vor dem Hintergrund einer Anwendung in der Nutzpflanzenforschung gibt es erheblichen Forschungsbedarf. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Optimierung der vorhandenen Genome Editing-Werkzeuge, die Weiter- bzw. Neuentwicklung von Genome Editing-Instrumenten und die signifikante Verbesserung Genome ­Editing-unterstützender Methoden.

Das Ziel der Förderrichtlinie „Nutzpflanzen der Zukunft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist es, im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE) technologisch-explorative, zukunftsweisende Ansätze zu entwickeln, welche die molekulare Präzisionszüchtung von Nutzpflanzen mit Hilfe von optimierten bzw. neuartigen CRISPR/Cas-Systemen und anderen fortschrittlichen Genome Editing-Verfahren entscheidend verbessern bzw. beschleunigen. Adressiert werden innovative Lösungen, die durch eine hohe wissenschaftlich-technische Dynamik geprägt und mit einer experimentellen Verifizierung (Proof of Concept-Phase) verbunden sind.
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Quelle und weiterführende Informationen: Bekanntmachung der Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben der Pflanzenforschung "Nutzpflanzen der Zukunft" im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030. Bundesanzeiger vom 12. April 2017, BMBF vom 30. März 2017