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Richtlinie zur Förderung multinationaler Forschungsprojekte zur Gesundheits- und Sozialversorgung bei Neurodegenerativen Erkrankungen im Rahmen des EU Joint Programme − Neurodegenerative Disease Research (JPND)

10.01.2018

vom 09.01.2018 - Abgabetermin: 06.03.2018

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen
1.1 Zuwendungszweck

Neurodegenerative Erkrankungen sind zum größten Teil unheilbare Erkrankungen, deren Eintreten stark mit dem Lebensalter zusammenhängt und die Betroffenen stark beeinträchtigt. Unter diesen Erkrankungen ist die Alzheimer-Erkrankung verantwortlich für die größte Krankheitslast. Weltweit sind ungefähr 47 Millionen Menschen von der Alzheimer’schen Erkrankung und ihren verwandten Störungen betroffen. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung alle 20 Jahre verdoppelt. Die direkten und indirekten Behandlungskosten von Alzheimer, ­Parkinson oder verwandten Erkrankungen werden europaweit auf 105 bis 160 Milliarden Euro und weltweit auf eine Billion US-Dollar pro Jahr geschätzt. Die derzeit verfügbaren Therapieansätze zielen überwiegend auf eine Linderung der Symptome ab. Die eigentlichen Ursachen der Erkrankung werden nicht adressiert, wodurch die Wirksamkeit begrenzt ist. In diesem Zusammenhang wurde das "EU Joint Programme − Neurodegenerative Disease Research" (JPND) ins Leben gerufen. JPND verfolgt das Ziel, durch verbesserte Koordination der länderübergreifenden Forschungsanstrengungen die Erkrankungsursachen schneller zu verstehen, Therapien zu entwickeln und bessere Versorgungsansätze für Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen zu identifizieren. Die im Jahr 2012 publizierte JPND Forschungs- und Innovationsagenda zeigt entsprechende Forschungsprioritäten auf und bildet den Rahmen für zukünftige Anstrengungen.

Eine dringende Aufgabe stellt die Gewährleistung einer angemessenen Gesundheits- und Sozialversorgung für die Erkrankten, ihre Angehörigen und Pflegenden dar. Gegenwärtige Gesundheits- und Sozialversorgungskonzepte zielen darauf ab, das Leben mit neurodegenerativen Erkrankungen zu verbessern. Sie stellen den möglichen Eigenbeitrag betroffener Menschen und den Einfluss ihrer Umgebung auf die Erkrankung in den Mittelpunkt. Dazu gehören beispielsweise die Erhaltung der Würde und der Unabhängigkeit, soziale Teilhabe und die Verringerung übermäßiger Behinderung in jedem Stadium der Erkrankung. Die Verfügbarkeit und Qualität von Gesundheits- und Sozialversorgung für Betroffene, Pflegende und Familien variieren jedoch innerhalb und außerhalb Europas erheblich. Oftmals ist die Koordination zwischen Gesundheits- und Sozialversorgungssystemen ineffizient und der Zugang zur Pflege daher schwierig. Ein besseres Verständnis der Faktoren, die etwa zur gesellschaftlichen Beteiligung sowie zum Erhalt der Würde und somit zur Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien beitragen, ist von wesentlicher Bedeutung. Darüber hinaus müssen Barrieren identifiziert und überwunden werden, die die Einführung neuer, evidenzbasierter, gesundheitsförderlicher Strategien verhindern.

Die folgenden Förderorganisationen haben beschlossen, diese multinationale Bekanntmachung gemeinsam zu fördern, um hierdurch einen Mehrwert gegenüber bereits bestehenden nationalen Förderaktivitäten zu realisieren:

  • Australien, National Health and Medical Research Council;
  • Belgien, Research Foundation Flanders;
  • Dänemark, Innovation Fund Denmark;
  • Dänemark, Velux Fonden;
  • Deutschland, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF);
  • Finnland, Academy of Finland;
  • Frankreich, French National Research Agency;
  • Großbritannien, UK Alzheimer’s Society;
  • Irland, Health Research Board;
  • Italien, Ministry of Health;
  • Kanada, Canadian Institutes of Health Research;
  • Luxemburg, National Research Fund;
  • Niederlande, The Netherlands Organisation for Health Research and Development;
  • Norwegen, The Research Council of Norway;
  • Polen, The National Centre for Research and Development;
  • Slowakei, Ministry of Education, Science, Research and Sports;
  • Spanien, National Institute of Health Carlos III;
  • Schweden, Swedish Research Council for Health, Working Life and Welfare;
  • Schweiz, Swiss National Science Fondation;
  • Tschechische Republik, Ministry of Education, Youth and Sports;
  • Türkei, Scientific and Technological Research Council of Turkey.

Die Förderrichtlinie wird zeitgleich durch die Förderorganisationen im jeweiligen Land veröffentlicht und zentral vom „Joint Call Sekretariat“ koordiniert. Für die Umsetzung der nationalen Teilvorhaben in einem Verbund gelten die jeweiligen nationalen Richtlinien.

Zusätzliche wichtige Informationen zu dieser transnationalen Bekanntmachung sind dem englischsprachigen Bekanntmachungstext und den zugehörigen JPND-Internetseiten (http://www.neurodegenerationresearch.eu/initiatives/annual-calls-for-proposals/open-calls/) zu entnehmen.

Mit dieser Fördermaßnahme leistet das BMBF einen Beitrag zur Ausgestaltung des Aktionsfelds 6 im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung.

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Quelle: Bekanntmachung des BMBF vom 18. Dezember 2017, Bundesanzeiger vom 09. Januar 2018

Die vollständige Bekanntmachung finden Sie unter www.bmbf.de/foerderungen.