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Neue LernKlinik auf dem Medizincampus Leipzig feierlich eröffnet

18.07.2019
Am 5. Juli wurde die LernKlinik Leipzig, das Skills- und Simulationszentrum der Medizinischen Fakultät, im neuen Gebäude Haus D feierlich eröffnet. Neben Grußworten des Dekanats und einleitenden Worten der Leiterin der LernKlinik, Dr. Daisy Rotzoll, konnten die Gäste an verschiedenen Stationen in den Themenräumen selbst Hand anlegen: sei es im Simulations-OP, bei der Laparoskopie oder bei der Echokardiographie. Die LernKlinik Leipzig ist das Trainingszentrum für angehende Ärztinnen und Ärzte. Studierende können hier klinisch-praktische Fertigkeiten erlernen und üben wie auch kommunikative Fähigkeiten ausbauen. Dafür steht nun eine größere Nutzungsfläche mit über 300 verschiedenen Simulatoren, Phantomen und medizintechnischen Geräten bereit.

„Bitte einmal den Schallkopf in die Hand nehmen und dann schauen wir uns die Leber mal an“, sagt Conrad zu seiner Kommilitonin. Er ist noch kein fertiger Arzt, er studiert im 10. Fachsemester Humanmedizin an unserer Universität. Neben Vorlesungen, Praktika und Klausuren hat er eine studentische Tutorenqualifizierung durchlaufen und bildet seine Kommilitonen in den neuen Räumlichkeiten der LernKlinik weiter. Heute steht der erste Übungstermin zum internistischen Ultraschall an. Wie hält man eigentlich den Schallkopf? Und wie bekommt man auch den äußeren Rand des großen Organs Leber gut abgebildet? Vier Studierende lernen in diesem Kurs von Conrad alles, was sie wissen müssen. Und schallen dabei speziell dafür entwickelte, realitätsnahe Ultraschallsimulatoren – unter dem wachsamen Auge und mit vielen hilfreichen Tipps des Tutors.

Das ist ein wesentliches Element der LernKlinik Leipzig, dem Skills- und Simulationszentrum der Medizinischen Fakultät: Studentische Tutoren geben ihr Wissen an Studierende aller Fachsemester weiter. Dazu stehen ihnen mit dem Umzug und der Erweiterung der LernKlinik im Haus D moderne Simulatoren und neueste Technik zur Verfügung, an denen die angehenden Mediziner üben können. Im Nebenraum lernt eine andere Studierendengruppe gerade, wie ein Kind auf die Welt kommt. Am Geburtssimulator können sie üben, welche Drehungen das Baby während der Geburt vollzieht und wie sie es und die Mutter dabei unterstützen können. „Die neue LernKlinik bietet uns Tutoren und Tutorinnen, aber natürlich auch den Studierenden, viel bessere Optionen. Wir haben mehr Platz, neue Simulatoren und nun sogar einen Operationssaal, in dem wir unsere Ausbildung weiter vertiefen können“, sagt Tutor Johannes, der seine Kommilitonen in Sachen Geburtshilfe heute anleitet.

„Die LernKlinik ist eine großartige Einrichtung und sicherlich eine Vorzeigeperle, die unsere Fakultät weiter aufwertet“, freut sich auch PD Dr. Daisy Rotzoll, Leiterin der LernKlinik. Seit Anfang des Jahres ist das Skills- und Simulationszentrum im zweiten Obergeschoss des neu eröffneten Hauses D in der Liebigstraße untergebracht. Heute (5. Juli) wird die LernKlinik nun offiziell eingeweiht. Am neuen Standort hat sich die Nutzungsfläche deutlich auf 830 Quadratmeter vergrößert. Zwei neue Seminarräume, ein Simulations-OP sowie 25 Trainings- und Übungsräume stehen jetzt für die medizinische Aus- und Weiterbildung sowie für die interprofessionelle Lehre zur Verfügung. Hier werden verschiedene klinisch-praktische Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt, die wichtig für den Arztberuf sind – eine Ultraschalluntersuchung durchführen, Blut abnehmen oder ein Arzt-Patienten-Gespräch führen. „Ein großer Zugewinn ist die Möglichkeit, Übungen über Beobachtungsräume zu verfolgen und im Anschluss audiovisuell auszuwerten. Es geht nun viel stärker um das Funktionieren im Team während der Übungen. Das konnten wir bisher nur in geringem Maße anbieten“, sagt Daisy Rotzoll. Die LernKlinik Leipzig deckt, im Unterschied zu vielen vergleichbaren Zentren, alle klinischen Fachbereiche ab.

Auch für die Zukunft hat sich das Zentrum viel vorgenommen. Neben Kooperationen mit dem ICCAS steht auch der Ausbau der Lehrforschung auf dem Programm. So könnte man beispielsweise in weiteren Dissertationen direkt in der LernKlinik erforschen, wie sich bestimmte Stressfaktoren auf die Teamkommunikation im Simulations-OP auswirken oder wie Prüfer noch besser geschult und damit Studierende strukturiert und standardisiert in klinisch-praktischen Prüfungen bewertet werden können.

Quelle: News der Universität Leipzig vom 17. Juli 2019