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Nationales Zentrum für Künstliche Intelligenz: Sachsen bündelt seine Kompetenz

27.11.2019
Das KI-Kompetenzzentrum „ScaDS.AI Dresden/Leipzig“ startet am 27. November 2019 mit einem Kick-off-Meeting in Leipzig

Eines der sechs Zentren für Künstliche Intelligenz (KI), die im Rahmen der KI-Strategie des Bundes gefördert werden, ist ScaDS.AI (Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence) Dresden/Leipzig. Das von den Professoren Wolfgang E. Nagel (TU Dresden) und Erhard Rahm (Universität Leipzig) koordinierte Kompetenzzentrum startet am 27. November 2019 offiziell mit einem Kick-off Meeting der beteiligten Partner an der Universität Leipzig. ScaDS.AI baut auf dem seit 2014 bestehenden erfolgreichen Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS Dresden/Leipzig auf.

Der Besuch der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva-Maria Stange, und der Universitätsleitungen von Leipzig und TU Dresden zum Kick-off Meeting unterstreichen das gemeinsame Interesse der Forschung und des Landes Sachsen an diesem Schwerpunktthema.

„Dem heutigen Tag ging für dieses neue Forschungszentrum für Big Data und Künstliche Intelligenz Dresden/Leipzig in Sachsen die Entwicklung starker Forschungsstrukturen im Bereich Datenanalyse und Maschinelles Lernen voraus. In der zu erwartenden dauerhaften Förderung des Bundes ist ein großer Erfolg für den Freistaat zu sehen. Um dabei das Potenzial von Forschern und Hochschulen aus Sachsen auszuschöpfen und sie an dem dynamisch wachsenden Zukunftsfeld teilhaben zu lassen, wird sich der Freistaat an der Förderung des Kompetenzzentrums beteiligen“, erklärt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Sie ergänzt: „Eine stabile Institution, die erhebliches Know-how in den Zukunftsfeldern Big Data und Künstliche Intelligenz konzentriert, wird alle Voraussetzungen haben, um Spitzenforscher weltweit anzuziehen und in Kooperation mit der Industrie und anderen Forschungseinrichtungen wichtige technologische Entwicklungen voranzutreiben. Die Anwendungsbreite Künstlicher Intelligenz ist enorm und wird die wirtschaftliche Wertschöpfung in völlig neue Dimensionen bringen. Mit ScaDS ist für den Freistaat Sachsen die große Chance verbunden, nachhaltig wirkende Potenziale in dem für wirtschaftliche Anwendungen zentralen Technologiefeld Big Data und Machine Learning aufzubauen und einen für die Zukunft vielversprechenden forschungsstrategischen Schwerpunkt zu setzen.“ Damit will der Freistaat zentrale Bedarfe und Anforderungen aus der Industrie hinsichtlich zu entwickelnder Softwareanwendungen sowie zur Ausbildung von Fachkräften erfüllen, so Ministerin Dr. Stange.

Die Möglichkeiten des maschinellen Lernens (ML) und die Forschung zu Methoden und Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) haben in den letzten Jahren hohe Erwartungen geweckt und in einigen Anwendungsgebieten bereits zu beachtlichen innovativen Durchbrüchen geführt. ScaDS.AI Dresden/Leipzig wird ein Meilenstein für den Ausbau der Forschung zur Künstlichen Intelligenz in Sachsen.

Das Forschungsprogramm des Kompetenzzentrums greift wichtige Fragestellungen auf, um derzeit noch vorhandene Lücken zwischen der effizienten Nutzung von Massendaten und der Verfügbarkeit fortschrittlicher KI-Methoden sowie der Wissensdarstellung und -nutzung zu schließen. Prof. Rahm und Prof. Nagel sind sich einig, dass die besondere Stärke von ScaDS.AI in der ganzheitlichen Adressierung der Herausforderungen von Big Data und Künstlicher Intelligenz liegt, da nur so eine hohe Qualität der Daten und eine hohe Qualität von Vorhersagen und Analyseergebnissen erreicht werden kann.

In ScaDS.AI Dresden/Leipzig werden beispielsweise die Anwendung sehr großer Lernmodelle unter Zuhilfenahme moderner, speziell für die Analyse von großen Datenmengen optimierter Hochleistungsrechner untersucht sowie der Einsatz von KI-Modellen für sicherheitsrelevante Daten unter Einhaltung des Datenschutzes. Zur Gewährleistung einer hohen Datenqualität werden neue Verfahren zur Erstellung und Nutzung von Wissensgraphen untersucht. Als KI-Anwendungen werden u.a. Einsatzfälle in der Medizin zur besseren Erkennung von Tumoren sowie die Aufdeckung von Hacker-Angriffen erforscht.

Zur koordinierten Forschung in diesen Themen wird eine neue Graduiertenschule an den beiden Standorten gegründet. Zur verbesserten Übertragbarkeit der entwickelten Lösungen soll zudem ein „Demonstration and Living Lab“ entstehen, das auch die Weiterbildung und Lehre zur KI unterstützt. Für Partner aus der Industrie und Wirtschaft ist v.a. der Ausbau des erfolgreichen ScaDS-Servicezentrums als zentraler Anlaufpunkt für Kooperationen und den Transfer in neue Anwendungsbereiche interessant.

Quelle: Pressemitteilung der TU Dresden vom 26.11.2019