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Mikroben als möglicher Schlüssel zur biologischen Schädlingsbekämp­fung

07.10.2019
Fortschritte in interdisziplinärem Forschungsprojekt zur Fruchtfliege

Seit Anfang 2018 untersucht das DFG-geförderte interdisziplinäre Forschungsteam FOG 2682 mit Hauptsitz im Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) der TU Dresden die Grundprinzipien der Anpassung von Insekten auf Temperaturschwankungen in der Umwelt. Mit einer Reihe wissenschaftlicher Publikationen fand die Projektgruppe mit Wissenschaftlern aus deutschlandweit sieben verschiedenen Forschungseinrichtungen heraus, dass Insekten ein temperaturabhängiges Futterfressverhalten aufweisen. Nur durch dieses Verhalten können sie ihren Organismus an Umweltfaktoren, wie zum Beispiel jahreszeitliche Temperaturschwankungen, anpassen. Interessanterweise sind aber auch die Nahrung und das mikrobielle Umfeld temperaturabhängig. Demnach könnten Manipulationen mit mikrobiellen Produkten eine natürliche Methode darstellen, die Entwicklung von Insektenpopulationen zu kontrollieren.

Im Herbst steht für die Experimente des Forschungsteams ein neuer speziell auf die Arbeiten angepasster Laborbereich im BIOTEC zur Verfügung. Dort können dann mikrobielle Zusammensetzungen in Freilandproben identifiziert und deren Einfluss auf Fruchtfliegen direkt untersucht werden. Zudem strebt die Projektgruppe eine substanzielle Erweiterung ihrer Forschung an, um auf molekularer Ebene die Anpassung von Fruchtfliegen an Temperaturextreme aufzuklären. Im Mittelpunkt stehen dann einige neue Fragen: Wie und für wie lange können Fruchtfliegen einfrieren und nach dem Auftauen einen neuen generativen Zyklus starten? Sind bestimmte Mikroben verantwortlich, um Fruchtfliegen hitzefest zu machen? Welche Rolle spielen biophysikalische Eigenschaften einzelner Moleküle, um die Temperaturempfindlichkeit und den Stoffwechsel der Tiere zu verändern? Um die zukünftigen Entwicklungen genauer zu diskutieren, wird es im Frühjahr 2020 das dritte Jahrestreffen des gesamten Forschungsteams und eingeladener renommierter internationaler Experten am Julius-Kühn-Institut in Pirna geben.

Quelle: Pressemitteilung der TU Dresden vom 01. Oktober 2019