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Landtag beschließt weitere Stärkung der Teilnahme Sachsens am Europäischen Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“

23.03.2017

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Exzellenz muss das wichtigste Kriterium europäischer Forschungsförderung bleiben.“

Auf Antrag der Koalitionsparteien SPD und CDU hat der Sächsische Landtag in seiner heutigen Sitzung die weitere Stärkung der Teilnahme des Freistaats Sachsen am Europäischen Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“ beschlossen. Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange betonte in ihrem Redebeitrag die existentielle Bedeutung von wissenschaftlichem Fortschritt in Forschung und Innovation und der Umsetzung des 3-Prozent-Ziels von Lissabon für die sächsische Wirtschaft und den Wohlstand im Freistaat. Forschung und Innovation seien auch der Schlüssel zur Lösung vieler gegenwärtiger ökonomischer, sozialer und ökologischer Herausforderungen Europas. Die Sächsische Staatskanzlei, das SMWK und das SMWA hätten sich daher an der Zwischenevaluierung von „Horizont 2020“ mit einem gemeinsamen Positionspapier beteiligt, in dem auch Überlegungen für die Weiterentwicklung und Ausgestaltung eines dann 9. Forschungsrahmenprogramms ab 2021 formuliert wurden.
„Neben der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen steht die Sicherung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Europas an zentraler Stelle“, sagte die Ministerin. Dazu gehöre auch die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ ist das weltweit größte Forschungsförderprogramm und bei einer Laufzeit von sieben Jahren mit 77 Milliarden Euro ausgestattet. Stange: „Wissenschaftliche Exzellenz ist das wichtigste Kriterium europäischer Forschungsförderung und muss es bleiben.“ Sachsens Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen liegen mit insgesamt 354 Beteiligungen und mehr als 185 Millionen Euro an eingeworbenen Mitteln derzeit auf Rang sechs im Vergleich der deutschen Länder. „Das ist eine hervorragende Platzierung“, sagte die Ministerin. „Dennoch müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um diesen Stand zu halten und noch zu verbessern.“

Zusätzlich zu umfangreicher Beratung und Information nimmt das SMWK mit seiner Partnerschaft in strategischen europäischen Netzwerken im Rahmen von „Horizont 2020“ auch Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung wichtiger Themenbereich im europäischen Maßstab. „Das sächsische Wissenschaftsministerium setzt ebenso Rahmenbedingungen für die Schaffung von Forschungsallianzen und Projektverbünden sächsischer Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit Partnern aus anderen europäischen und internationalen Ländern und Regionen“, sagte Ministerin Stange.

Neben dem strategischen Instrument der Europäischen Forschungsnetzwerke engagiere sich das SMWK im Zusammenhang mit „Horizont 2020“ auch in europäischen Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Communities, sogenannte KIC). Als Beispiel nannte die Ministerin die erfolgreiche Antragstellung der TU Bergakademie Freiberg und des Helmholtz Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) beim Europäischen Technologieinstitut (EIT) für ein KIC RawMaterials, die das SMWK politisch, strategisch und finanziell unterstützt habe. Im September 2015 begannen die Arbeiten zur Etablierung eines (EIT RawMaterials – Regional Center Freiberg“. Dieses Büro wird über die neue Richtlinie des SMWK EuProNet gefördert und spielt schon jetzt eine wichtige Rolle bei der Einwerbung von europäischen KIC-Mitteln. Freiberg ist damit in das weltweit größte und bedeutendste Konsortium im Bereich Rohstoffe mit mehr als 100 Geschäftspartnern aus Industrie, Forschung und Lehre aus insgesamt 22 Ländern eingebunden.

Quelle: Medieninformation des Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom 16. März 2017