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Freistaat Sachsen bewilligt erste "HORIZON-Prämie"

18.03.2016
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben es besonders schwer, die für sie hohen Hürden einer erfolgreichen Antragstellung auf europäischer Ebene zu überwinden. Deshalb unterstützt sie das sächsische Wirtschaftsministerium mit einem neuen Förderinstrument, der sogenannten "HORIZON-Prämie".

Beim europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „HORIZON 2020“ ist bislang nur etwa jeder siebte Förderantrag aus Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben es besonders schwer, die für sie hohen Hürden einer erfolgreichen Antragstellung auf europäischer Ebene zu überwinden. Deshalb unterstützt sie das sächsische Wirtschaftsministerium mit einem neuen Förderinstrument, der sogenannten „HORIZON-Prämie“. Die Prämie beträgt je nach Projektkonstellation zwischen 2.500 Euro und 17.500 Euro. Damit kann das KMU entsprechende Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Den ersten Zuwendungsbescheid für eine sächsische „HORIZON-Prämie“ hat nun das Dresdner Unternehmen hapticom erhalten.

„Ich freue mich sehr, wenn sich sächsische Unternehmen an „HORIZON 2020“ beteiligen. Denn dabei geht es nicht nur um europäische Fördermittel, sondern vor allem um die Stärkung der Innovationskraft und um den Ausbau internationaler Kompetenzen. Dem jungen Unternehmerteam von hapticom wünsche ich viel Erfolg mit seinem Antrag. Gerade wir Sachsen tun gut daran, auch unsere internationale Kooperationsfähigkeit zu beweisen. Was läge für ein Hightech-Land näher, als dies über den Weg europäischer Forschungszusammenarbeit zu tun? Ich wünsche mir noch mehr sächsische Unternehmen, die diesen Weg gehen. Wir werden sie gern dabei unterstützen“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig.

Das Unternehmen hapticom entstand 2013 als Spin-off der TU Dresden. Mit dem „haptiPad“ haben die Gründer ein mobiles Gerät zur Erweiterung der digitalen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten sehbehinderter Menschen entwickelt. Das „haptiPad“ ist weltweit das erste Mobilgerät, das auch sehbehinderte Menschen mit gleichzeitiger Hörbehinderung im täglichen Leben nutzen können. Das Unternehmen hatte 2014 mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie die erste Stufe des „KMU-Instruments“ von HORIZON 2020 erfolgreich beschritten. Um das „haptiPad“ nun „reif“ für die künftige Produktion zu machen und den erforderlichen internationalen Markteintritts- und Wachstumsplan zu erstellen, hat hapticom eine Förderung im Rahmen der zweiten Stufe des „KMU-Instruments“ beantragt.

Antragsteller aus Sachsen haben sich bis zum 30. Oktober 2015 insgesamt 185mal an unterschiedlichen Maßnahmen von „HORIZON 2020“ beteiligt. Davon erfolgten 73 Beteiligungen durch Unternehmen, davon wiederum 27 durch KMU. Die EU-Kommission vergibt die Mittel in einem sehr anspruchsvollen Wettbewerbsverfahren. KMU fehlt es häufig an ausreichenden Kapazitäten, den am besten geeigneten Förderaufruf zu identifizieren, passende Projektpartner im Ausland zu finden, das englischsprachige Förderverfahren zu absolvieren und das künftige Projekt zu koordinieren. Mit der „HORIZON-Prämie“ öffnet der Freistaat KMU Türen zum Europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „HORIZON 2020“ und stärkt damit ihr internationales Ansehen und ihre Vernetzung.

„HORIZON 2020“ ist für die Jahre 2014 bis 2020 mit rd. 75 Mrd. Euro ausgestattet. Dieses Budget ist um 40 Prozent höher als im Vorgängerprogramm. Sächsische Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen konnten davon insgesamt 82 Millionen Euro einwerben. Das entspricht einem sechsten Rang unter den deutschen Ländern.

Auskünfte vor Ort können sächsischen KMU durch das Enterprise Europe Network (EEN) Sachsen erhalten (http://www.een-sachsen.eu/). Antrags- und Bewilligungsstelle für die „HORIZON-Prämie“ ist die Sächsische Aufbaubank (https://www.sab.sachsen.de/de/index.jsp).

Quelle: Medieninformation des Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr  vom 3. März 2016