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Fische, Menschen, Nervenzellen – 1,7 Millionen Euro für Dresdner Nachwuchsforscher

07.11.2013
Dresden, 7. November 2013. Der Biologe Caghan Kizil (32) erhält in den nächsten fünf Jahren insgesat rund 1,7 Millionen Euro, um seine Forschungsprojekte am Dresdner Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) weiter  zu entwickeln.

Dresden, 7. November 2013. Der Biologe Caghan Kizil (32) erhält in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund 1,7 Millionen Euro, um seine Forschungsprojekte am Dresdner Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) weiter  zu entwickeln. Ein internationales Fachgremium hat seinen Antrag auf eine „Helmholtz-Nachwuchsgruppe“ in einem kompetitiven Auswahlverfahren bewilligt.
Kizil sucht nach neuen Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen des Nervensystems. Dazu möchte er am Vorbild des Zebrafisches untersuchen, wie geschädigte Nervenzellen durch neue ersetzt werden können. Kizil wird dabei eng mit dem DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien – Exzellenzcluster an der Technischen Universität Dresden (CRTD) kooperieren. Die Helmholtz-Gemeinschaft und das DZNE finanzieren seine Arbeitsgruppe mit insgesamt 1,25 Millionen Euro. Das CRTD ergänzt diese Förderung mit eigenen Mitteln.

Die finanzielle Unterstützung bedeutet für den Nachwuchswissenschaftler einen kräftigen Schub für seine Projekte und Karriere. Mit dem Team, das Kizil nun zusammenstellt, will er den besonderen Fähigkeiten des Zebrafisches auf den Grund gehen. Diese Fische – sie stammen ursprünglich aus asiatischen Flussgebieten und sind ein weit verbreiteter Modellorganismus für neurowissenschaftliche Studien – können sich von Schädigungen des  Gehirns zumindest teilweise erholen, indem sie neue Nervenzellen bilden. Kizil möchte das Talent des Zebrafisches übertragen und Nervenzellen auch im menschlichen Gehirn nachwachsen lassen. Dies würde der Behandlung von Alzheimer und anderen neurologischen Erkrankungen neue Wege erschließen. Obwohl Zebrafisch und Mensch verschiedenen Wirbeltierklassen angehören, verbindet sie eine evolutionäre Vergangenheit. Die regenerativen Fähigkeiten, die sich beim Zebrafisch zeigen, könnten daher auch im Menschen schlummern. Kizil möchte diese Möglichkeit untersuchen.

„Meine Motivation ist es, die Grundlagen für neue Therapien zu schaffen“, sagt er. „Alzheimer löscht die Erinnerungen und Persönlichkeit der erkrankten Menschen weitgehend aus. Grund dafür ist das Absterben von Hirnzellen. Beim Zebrafisch hat die Natur eine Möglichkeit gefunden, geschädigtes Nervengewebe zu erneuern. Ich möchte verstehen, wie dieser Mechanismus funktioniert und einen Weg finden, um diese
Erkenntnisse beim Menschen anzuwenden.“

Prof. Michael Brand, Direktor des DFG-Forschungszentrums für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD): "Caghan Kizil ist ein vielversprechender Nachwuchswissenschaftler, der mit seiner Forschung zur Regenerationsfähigkeit von Gehirnzellen im Zebrafisch hervorragend in die Dresdener Forschungslandschaft hineinpasst. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für eine gemeinsame Nachwuchsgruppe des DZNE und des CRTD gewinnen konnten."

Für die aktuelle Förderrunde von Helmholtz-Nachwuchsgruppen hatten sich 66 junge Forscherinnen und Forscher aus aller Welt beworben. In einem strengen, mehrstufigen Wettbewerbsverfahren wurden 19 von ihnen von einem internationalen Expertengremium als neue Nachwuchsgruppenleiter ausgewählt. Sie sind an elf Helmholtz-Zentren tätig, beteiligen sich aber auch an der universitären Lehre und haben
bei guter Leistung Aussicht auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Weitere Informationen
https://www.helmholtz.de/aktuelles/presseinformationen/artikel/artikeldetail/19_helmholtz_nachwuchsgruppenleiter_von_internationaler_jury_ausgewaehlt/

Quelle: Pressemitteilung in Deutsch und Englisch des DFG-Forschugnszentrums für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD) und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vom 7.11.13