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Evonik übernimmt JeNaCell

09.08.2021
Evonik hat das Unternehmen JeNaCell übernommen und erweitert damit das eigene Portfolio an Biomaterialien um biotechnologisch gewonnene Cellulose.

Das von JeNaCell entwickelte naturidentische Material wird in der Medizintechnik und Dermatologie zur Versorgung von Wunden und Verbrennungen sowie zur Hautberuhigung eingesetzt. Die Mitarbeiter von JeNaCell werden weiter am Entwicklungs- und Produktionsstandort in Jena beschäftigt sein.

Bereits 2015 hatte Evonik das Potenzial von JeNaCell erkannt und sich über den eigenen Venture-Capital-Arm an dem damaligen Start-up beteiligt. Nach der vollständigen Übernahme wird das Portfolio von JeNaCell jetzt in das Health Care-Geschäft von Evonik integriert. Der Konzern beschleunigt damit die Weiterentwicklung der Wachstums-Division Nutrition & Care hin zu einem Systemlösungsanbieter sowie den Ausbau der divisionsweiten Technologieplattform für natürliche Materialen in der Medizintechnik. Bis 2030 soll der Anteil der Systemlösungen bei Nutrition & Care von heute 20 Prozent auf über 50 Prozent gesteigert werden.

„JeNaCell hat eines der innovativsten Biomaterialien für die Medizintechnik entwickelt. Mithilfe der Kreativität und Kompetenz der Spezialisten von JeNaCell werden wir dafür sorgen, dass diese Produkte künftig noch mehr Patienten zugutekommen“, sagt Thomas Riermeier, Leiter des Geschäftsgebiets Health Care von Evonik. „Unsere Position als Innovationspartner für weltweit führende Unternehmen der Medizintechnik werden wir so weiter stärken.“

„Die Übernahme durch Evonik ist für JeNaCell ein Quantensprung, um das volle Potential unserer innovativen Technologie nutzen zu können“, sagt Dana Kralisch, Geschäftsführerin und Mitgründerin von JeNaCell. „Wir freuen uns, mit Evonik einen zuverlässigen und starken Partner für die Weiterentwicklung unserer Technologieplattform und ein neues Zuhause für unser engagiertes Expertenteam gefunden zu haben. Gemeinsam werden wir unsere Kundenbasis erweitern und neue Anwendungsbereiche erschließen.“

Für Evonik Venture Capital bestätigt sich mit der Übernahme die Strategie, frühzeitig in Start-ups mit visionärer Technologie zu investieren. Das entscheidende Kriterium ist dabei die Relevanz für die Innovationswachstumsfelder von Evonik. „JeNaCell ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wertvoll die Innovationen von Start-ups für große Unternehmen sein können“, sagt Bernhard Mohr, Leiter von Evonik Venture Capital. „Wir haben den Branchenwandel hin zu naturidentischen Materialien früh erkannt und die Entwicklung dieser Technologie mit unserem Investment unterstützt und begleitet.“

JeNaCell ist ursprünglich als Ausgründung der Friedrich-Schiller-Universität in Jena entstanden. Im Jahr 2017 brachte das Unternehmen sein erstes Produkt epicite auf den Markt. Die medizinischen Wundauflagen zur Versorgung chronischer Wunden, chirurgischer Wunden und Verbrennungen basieren auf biotechnologisch gewonnener Cellulose. Dabei handelt es sich um ein hautfreundliches und weiches Biomaterial, das für ein heilungsförderndes Mikroklima auf der Wunde sorgt und sich schmerzfrei ablösen lässt. Weitere von JeNaCell entwickelte Technologien umfassen Weichgewebe-Implantate, transdermale Freisetzungssysteme und dermatologische Anwendungen.

Die Produktentwicklungen von JeNaCell sind komplementär zum Portfolio des Evonik-Geschäftsbereichs Health Care, der sich in den vergangenen 30 Jahren als führender Lösungsanbieter von innovativen Materialien für Medizintechnik- und Pharmamärkte behauptet hat. Dabei bietet RESOMER® das weltweit umfänglichste Portfolio an bioresorbierbaren Polymeren für medizintechnische Anwendungen, welches in GMP-Qualität (Good Manufacturing Practice) hergestellt wird.

Quelle: Mitteilung medtech-zwo vom 09.08.2021