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EU-Kommissar informiert sich im ICCAS über modulares Krankenhaus für den Katastrophenfall

23.11.2018

Hoher Besuch am Innovationszentrum für Computer-assistierte Chirurgie (ICCAS): Heute (23. November) sprach der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides, mit Vertretern des ICCAS über die Entwicklung des EU-Projektes „European Modular Field Hospital“ (EUMFH). Darin wollen neun europäische Länder ein modulares Krankenhaus entwickeln, welches im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit an den Ort des Geschehens transportiert werden kann. Erste Ergebnisse von Leipziger Seite liegen bereits vor und wurden jüngst bei einer EU-weiten Katastrophenübung in Bukarest erprobt.

„Ich freue mich sehr, dass Herr Stylianides unserer Einladung nach Leipzig gefolgt ist, um sich vor Ort über die Perspektiven der intelligenten Medizintechnik der Zukunft zu informieren“, sagte Prof. Dr. Thomas Neumuth, stellvertretender ICCAS-Direktor und Leiter des EU-Projekts in Leipzig. Er stellte heute zusammen mit seinem Team erste Projektergebnisse der Konzeptentwicklung des European Modular Field Hospitals vor. Dazu hat das ICCAS eine Humanitarian Health Intelligence Plattform für mobile Notfallkrankenhäuser entwickelt. Zusammen mit EU-Kommissar Stylianides wurden weitere Schritte zur Einbettung des EUMFH-Konzeptes in den europäischen Rahmen für Humanitäre Hilfe und Zivilschutz diskutiert.

Die Universität Leipzig bringt als einzige europäische Hochschule ihr Knowhow im Projekt EUMFH mit ein. Das ICCAS steuert darin die informationstechnische Vernetzung sowie die elektronische Patientendokumentation bei. "Wir stehen vor der besonderen Herausforderung, den Fluss von Ressourcen und Informationen sicherzustellen und Ordnung in eine ansonsten sehr chaotische Situation zu bringen. Das Chaos außerhalb des Krankenhauses, sei es nach einem Erdbeben oder einem Wirbelsturm, darf nicht in das Krankenhaus hineinkommen", fasst Prof. Dr. Thomas Neumuth zusammen. Damit das Krankenhaus später optimal arbeiten kann, müssen die Ressourcen der OP-Säle sowie aller Stationen aufeinander abgestimmt und optimal genutzt werden.

Die ersten Ergebnisse des EU-Projekts wurden im Oktober bei einer EU-Notfallübung für medizinische Katastrophenschutzmodule in der Praxis getestet. Simuliert wurde ein Erdbeben der Stärke 7,5 in der Großstadt Bukarest mit weiträumigen Schäden und zahlreichen Verletzten. Die Übung sollte die Koordination und Zusammenarbeit verschiedener Emergency Medical Teams aus unterschiedlichen Nationen trainieren. Auch das ICCAS war daran beteiligt: Prof. Dr. Thomas Neumuth und Erik Schreiber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ICCAS, erfassten, dokumentierten und visualisierten sämtliche Patienteninformationen innerhalb des mobilen Krankenhauses von der Anamnese bis zur Entlassung in digitaler Form.

Das ICCAS ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Seit 2005 ist das ICCAS Vorreiter bei der Entwicklung computergestützter, integrativer Technologien und intelligenter Assistenzsysteme für den Operationssaal von Morgen. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Regionale Innovationsinitiativen ­ Neue Länder".

Quelle: Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 23. November 2018