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BMBF-Richtlinie zur thematischen Förderung im Rahmen des Konzepts "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel"

28.09.2015
BMBF gibt Richtlinie zur thematischen Förderung (Modul II) im Rahmen des Konzepts "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" bekannt.

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (24.09.2015 - 20.11.2015)

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zuwendungszweck

Hintergrund

Die "Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" (NFSB, siehe http://www.bmbf.de/pub/Nationale_Forschungsstrategie_Biooekonomie_2030.pdf) und die mit ihr eng verzahnte "Politikstrategie Bioökonomie" der Bundesregierung beschreiben die Vision einer nachhaltigen, bio-basierten und an natürlichen Stoffkreisläufen orientierten Wirtschaft. Die Bioökonomie soll einen erheblichen Beitrag dazu leisten, große Herausforderungen der näheren Zukunft zu bewältigen. Insbesondere sind dies:

  • Rohstoffalternativen angesichts der Endlichkeit fossiler Ressourcen zu finden,
  • dem Klimawandel entgegenzuwirken,
  • die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und erneuerbare Ressourcen nachhaltig zu nutzen,
  • die Versorgung und das Recht auf Entwicklung aller Teile einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.

Eine auf der nachhaltigen Nutzung biogener Rohstoffe beruhende Lebens- und Wirtschaftsweise kann Lösungen für diese Probleme bieten. Zugleich eröffnen sich dadurch Entwicklungschancen und neue wirtschaftliche Perspektiven. Die NFSB formuliert für Deutschland das Ziel, globale Verantwortung für die genannten Herausforderungen zu übernehmen und gleichzeitig zu einem im internationalen Vergleich dynamischen Forschungs- und Innovationsstandort für die Bioökonomie zu werden.

Da der übergroße Teil der ökonomischen Leistungsfähigkeit heutiger Industriegesellschaften auf der nicht-nachhaltigen Nutzung endlicher Ressourcen beruht, wäre die Schaffung einer solchen Bioökonomie gleichbedeutend mit der größten Wirtschaftstransformation seit der Industrialisierung. Um diese historischen Aufgaben zu meistern, bedarf es weit mehr als technologischer Innovationen, auf deren Grundlage fossile Rohstoffe durch bio-basierte Ressourcen ersetzt werden können. Vielmehr müssen Herausforderungen auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene angegangen, Veränderungen angestoßen und Wandlungsprozesse gestaltet werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Juni 2014 unter dem Titel "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" ein Konzept zur Förderung sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung im Rahmen der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" veröffentlicht (http://www.bmbf.de/pub/Biooekonomie-Gesellschaft.pdf). Ziel dieses Konzepts ist es, eine spezifisch auf bioökonomische Transformations­prozesse ausgerichtete Forschung aus dem Spektrum der Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch der Kultur- und Geisteswissenschaften zu fördern und langfristig zu etablieren. Deren Ergebnisse sollen mit der bereits in zahlreichen Maßnahmen geförderten natur- und technikwissenschaftlichen Forschung verzahnt und als wichtige Beiträge zur Umsetzung der NFSB genutzt werden. Gemeinsam sollen sie die Grundlage für ein vertieftes Verständnis einer nachhaltigen, bio-basierten und an natürlichen Kreisläufen orientierten Wirtschaftsweise sowie deren Weiter­entwicklung legen.

Das Konzept "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" umfasst vier Module. Mit der bereits initiierten Förderung von Nachwuchsgruppen (Modul I) sollen Themen der Bioökonomie in den angesprochenen Disziplinen langfristig verankert werden. Die vorliegende Bekanntmachung ist eine Maßnahme zur thematischen Förderung von Einzel- oder Verbundprojekten (Modul II). Daneben gibt es eine fortlaufende Förderung sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Begleitforschung im Rahmen technologieorientierter Fördermaßnahmen (Modul III). Außerdem ist ein Monitoring der Bioökonomie geplant (Modul IV). Im Folgenden werden exemplarisch Forschungsschwerpunkte für diese Bekanntmachung aufgezeigt (siehe dazu auch die Ausführungen im Konzept "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel"). Die Themenliste ist nicht abschließend, die Entwicklung und Einreichung weiterführender Fragestellungen wird ausdrücklich begrüßt.

Ziele der Förderung

Die oben skizzierten Herausforderungen umreißen die wesentlichen Handlungsfelder der Bioökonomie. Eine nachhaltige und an natürlichen Kreisläufen orientierte Wirtschaftsweise beruht auf der Nutzung biogener Ressourcen und wissensbasierter Verfahren zur Erzeugung und Verarbeitung dieser Rohstoffe. Sie schließt moderne Technologien ebenso wie das Wissen um biologische Kreisläufe, Kriterien nachhaltiger Nutzung und effiziente Produktions- und Wertschöpfungsketten ein. [Mehr]


Quelle: Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 24. September 2015